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Montag, 26. Mai 2014

[Rezension] Ewiglich die Liebe

http://www.oetinger.de/fileadmin/verlagsgruppe-oetinger.de/vsg_images/cover/download/9783789130427.jpgTitel: Ewiglich die Liebe
Originaltitel: Evertrue
Autor/in: Brodi Ashton
Reihe: Ewiglich #3
Preis: 17,95€
Seiten: 384
Verlag: Oetinger
Erscheinungdatum: 1. Mai 2014
ISBN-13: 978-3789130427
Große Gefühle: das dramatische Finale der „Ewiglich“-Trilogie. Nikki hat einen hohen Preis zahlen müssen, um Jack zu retten: der Ewigliche Cole hat sich durch eine List ihres Herzens bemächtigt. Noch immer sieht er in ihr seine Persephone, die Herrscherin der Unterwelt. Während Nikki und Jack alles daran setzen, das Herz zurückzugewinnen, bereiten Cole und seine Freunde sich darauf vor, den Kampf um die Herrschaft des Ewigseits zu gewinnen. Nikki erkennt, dass sie nur eine Chance hat, die Ewiglichen zu vernichten: Sie muss Coles Persephone werden. Der dritte Band der großartigen "Ewiglich"-Trilogie über die Macht der Liebe.

 
Nachdem die ersten beiden Bände der Trilogie mir super gefallen haben, bin ich von dem Finale wirklich enttäuscht. Die Charaktere verhalten sich merkwürdig und unglaubhaft, der komplette Plot scheint ziellos im Zickzack zu verlaufen und die Dialoge triefen nur so vor kitschigen Liebesschwüren. Leider ein schwaches Ende für eine Reihe, die so toll angefangen hat.

Was wirklich perfekt ist, sind die Titel.Sehnsucht, Hoffnung, Liebe. Genau darum geht es in den Büchern. Die geringfügige Änderung der Cover ist im Gegensatz dazu eher nicht mein Fall, besonders, da die Blüten im Vergleich zum Granatapfel eigentlich nicht wirklich einen Bezug zur Story haben. (Oder irre ich mich da?)
Optisch ist jedes Cover für sich schön, aber drei mal das Gleiche finde ich persönlich langweilig.

Jetzt kommt allerdings die erste Enttäuschung. Beginnen wir mit der größten: Cole.
Was Cole bisher so besonders gemacht hat, war die Tatsache, dass er einfach wirklich ein Bad Boy war. Kein "Ich mutiere zum verweichlichten Schmusetyp und bin eigentlich ein Held"-Bad Boy, sondern ein waschechter Arsch. Genau das hat mich so fasziniert. Und jetzt? Lassen wir ihn doch kurz sein Gedächtnis verlieren, damit auch aus ihm noch ein sabbelnder guter und durch und durch lieber Kerl wird. Warum? Musste das sein? Erfolgreich die beste Figur ruiniert.
Zweite Figur. Jack. Bisher wirklich süß, authentisch, ein Kerl, in den man sich wirklich verlieben kann. Jetzt? Unerklärliche Wutausbrüche, (die so spät erklärt werden, dass sie einem so lange tierisch auf die Nerven gehen), schmalzige Liebeserklärungen, die absolut keinem Mann je über die Lippen kommen würden und die selbst mir zu kitschig sind und eine grimmige Ausstrahlung, die an einen kleinen, trotzigen Gnom erinnert.
Dritte Figur. Nikki. Bisher unheimlich sympathisch, hier allerdings ein wenig langweilig geraten. Rückblickend gesehen. Sie ist geschwächt, verständlich. Kann selbst nicht alles allein schaffen, logisch. Aber was macht sie eigentlich selbst? Die Arbeit erledigen die anderen für sie.
Und das wars eigentlich auch schon an Figuren. Diesmal wurde Nikkis Familie erfolgreich aus dem Weg geräumt, so simpel, dass es fast schon lächerlich ist. Andere Figuren tauchen schnell mal kurz auf, wenn sie gerade von Nöten sind. Verräter werden zu Verbündeten, dann doch wieder andersrum etc etc. Nach dem hohen Niveau der Vorgänger frage ich mich: Was war hier los?!

Die Charaktere waren leider nicht einmal das größte Manko, nein, das war die Story selbst!
Cole hat Nikki in eine Falle gelockt, weshalb sie dabei ist, sich in eine Ewigliche zu verwandeln. Eine Verwandlung, die Nikki unter keinen Umständen zulassen kann, denn nichts will sie weniger, als sich von einem Menschen nähren zu müssen. Doch auch die Alternative, die Königin des Ewigseits zu werden, kommt für sie nicht in Frage. Was nun? Nikki hat eine gloreiche Idee: Lass uns einfach das Ewigseits zerstören!
Da denke ich mir nur, joa, simpel. Zerstöre mal eine ganze Dimension. Und das ist im Endeffekt nicht einmal schwer. Hier ein wenig gegoogelt, dort ein bisschen nachgeforscht, hier und da ein paar gelegene Zufälle und schwups, ist das Ding erledigt. Und das war es im Großen und Ganzen an Handlung.
Bis allerdings ein wenig Schwung in die Sache kommt dauert es erst einmal geschlagene 150 Seiten, dann kommt allmählich etwas Spannung auf. Aber ich hatte konstant das Gefühl, dass die Autorin eigentlich gar nicht wusste, wie ihre Geschichte eigentlich enden soll.So frei nach dem Motto: Oh, das muss ich noch lösen. Simpelste Lösung hinklatschen. Oh, das auch noch. Schnell erledigen.
Hier reihen sich 100 Puzzleteilchen aneinander, die jedes für sich NICHT schlecht sind, aber einfach kein stimmiges Gesamtbild ergeben. Und dann wird auch noch der große Showdown in fünf Sätzen abgehandelt.
Hinzu kommen zahlreiche Ungereimtheiten. Wer hat bitte Kreditkarten, Geld etc dabei, aber seinen Pass nicht? Wozu erfährt man so viele von Coles Erinnerungen, wenn man sie schlussendlich für NICHTS braucht? Oder auch nur kleine Details wie: Er sagt zwei Worte: Die Königin war da. 1 2 3 4?
Ich will hier nicht nur Negatives äußern, es gab durchaus ein paar gute Szenen, die mich wirklich fesseln konnten, aber im Gesamtbild gibt es einfach zu viele Kritikpunkte, zu viele Dinge, die besser gemacht hätten werden können.

Bei den beiden Vorgängern habe ich besonders die authentische Ausdrucksweise der Autorin gelobt. Wer hat also bitte diese grausigen Dialoge verfasst? Hat Jack zu viel Rosamunde Pilcher konsumiert? Ich habe ja absolut nichts gegen ein wenig unrealistischen Kitsch, aber bei dieser Schleimspur kann man sich nur wundern, dass einem das Buch nicht aus der Hand fällt.
Was aber für mich wirklich am Schlimmsten war, war die nicht durchdachte Story. Für mich war das Ende einfach nicht stimmig. Leider.

1,9 Punkte




Brodi Ashton
© Opiefoto
Brodi Ashton studierte Journalismus an der Universität Utah und erwarb einen Master im Fach Internationale Beziehungen an der London School of Economics. Sie ist Mutter von zwei Söhnen, lebt mit ihrer Familie in Utah und erzählt über sich, ihr Leben und das Abenteuer, Autorin zu sein, in ihrem Blog brodiashton.blogspot.com. Die romantische und zutiefst berührende Trilogie »Ewiglich« ist ihre erste Buchveröffentlichung für junge Erwachsene. Die Geschichte ist von der griechischen Mythologie um Persephone, Tochter des Zeus und der Demeter, inspiriert, jedoch in einer modernen Highschool angesiedelt.

Freitag, 21. Februar 2014

[Rezension] Ewiglich die Hoffnung

http://www.oetinger.de/fileadmin/verlagsgruppe-oetinger.de/vsg_images/cover/download/9783789130410.jpgTitel: Ewiglich die Hoffnung
Originaltitel: Everbound
Autor/in: Brodi Ashton
Reihe: #2
Preis: 17,95€
Seiten: 384
Verlag: Oetinger
Erscheinungdatum: Dezember 2012
ISBN-13: 978-3789130410
Leseprobe
Sehnsucht, die stärker ist als jede Vernunft. Liebe, ewig und für alle Zeiten. Nichts wünscht sich Nikki sehnlicher zurück als Jack, der sich für sie geopfert hat und den Weg ins Ewigseits angetreten war. Nun versucht Nikki alles, um ihn zu retten. Doch die Träume, in denen Jack ihr erscheint, werden immer schwächer und sie weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Da macht der undurchschaubare Cole ihr ein unglaubliches Angebot und verspricht, Jack zu finden. Doch kann Nikki ihm wirklich trauen? Dies ist der zweite Band der unendlich romantischen und zutiefst berührenden Trilogie "Ewiglich" von Brodi Ashton.



Obwohl mir "Ewiglich die Sehnsucht" sehr gefallen hat, ist ziemlich viel Zeit vergangen, bis ich nun endlich zu Band 2 gegriffen habe. Entsprechend dürftig war meine Erinnerung an den ersten Teil, doch schon nach wenigen Seiten habe ich wieder in die Story gefunden. "Ewiglich die Hoffnung" ist ein spannender und rasanter zweiter Band, der die armen Leser aber ebenfalls wieder mit einem miesen Cliffhänger quält.

Ich bin bekanntermaßen kein Fan von nur geringfügigen Veränderungen der Cover, und auch hier mache ich keine Freudensprünge. Während Band 1 immerhin noch aussagekräftig und symbolisch war, ist Band 2 optisch nun einfach nur langweilig. Die Titel der kompletten Trilogie finde ich dafür umso gelungener.


Die Charaktere, die zuvor schon einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen haben, gefallen mir auch jetzt wieder richtig gut. Nikki ist eine sehr sympathische Protagonistin, in die man sich perfekt hineinversetzen kann. Ihre Liebe zu Jack weiß die Autorin so glaubhaft zu vermitteln, dass man Nikkis Verzweiflung, aber auch ihre Hoffnung hautnah miterlebt.
Noch besser gelungen ist allerdings in meinen Augen Cole, der Ewigliche, der Nikki überhaupt erst in das ganze Chaos gestürzt hat. Obwhol er selbst Gefühle für Nikki hat, willigt er ein, ihr bei der Suche nach Jack zu helfen. Ein schier unendliches Opfer, das Cole merklich zu schaffen macht. In diesem Band lernt man sehr viel über Coles Vergangenheit, seine Beweggründe und seine Gefühle, doch gerade wenn man denkt, man hat die Fassade endlich durchschaut, wird man eines Besseren belehrt. Ein sehr komplexer Charakter, der voller Überraschungen steckt!
Etwas vernachlässigt werden im Gegenzug die übrigen Charaktere, die zwar interessant sind und voller Potenzial stecken, aber an Tiefe nicht mit den beiden Protagonisten mithalten können. Die ein oder andere Figur ist mir für die Tragweite ihrer Rolle zu blass geblieben.
 
Jacks Opfer hebt Nikkis ganze Welt aus den Angeln. An ihrer Stelle ist er in die Tunnel gegangen, wo die Ewiglichen ihm die Energie aussagen. Ein Opfer, das Nikki unter keinen Umständen zulassen kann. Verzweifelt und nah am Zusammenbruch hält sie Jack mittels ihrer Träume am Leben, so wie er es für sie getan hat. Doch die Träume werden immer schwächer und Jack droht ihr zu entgleiten.
Nikki ist klar, wenn sie ihre große Liebe retten will muss sie handeln und zwar schnell. Doch als sie im Alleingang ins Ewigseits geht, endet der Rettungsversuch beinahe tödlich. Sie braucht Hilfe, und zwar von einem Ewiglichen höchstpersönlich. Ihre letzte Chance ist Cole, den sie nach langem Suchen endlich aufspüren kann. Völlig überraschend willigt er ein, Nikki zu helfen und das, obwohl er selbst Nikki für sich haben will. Misstrauisch reist Nikki mit ihm ins Ewigseits, doch nach und nach fasst sie Vertrauen.
Der Weg zu den Tunneln und zu Jack ist schwer und bietet viele Hindernisse, die unüberwindbar scheinen. Nur wenn Nikkis Liebe stark genug ist, hat sie auch nur die geringste Chance, Jack jemals wieder in den Armen zu halten.
Der Spannungsbogen des Buches steigt wie im Vorgänger langsam aber stetig an. Der Einstig verläuft ruhig und drückend, bis man schließlich den Weg ins Ewigseits antritt. Von da an wird jedes Kapitel spannender, als das vorherige und das Ende schmeißt den Leser durch eine völlig überraschende Wendung vollkommen aus der Bahn. Genau diese Wendung gibt dem Buch den Kick von, "gut, aber nichts Neues", zu "kann mich mal jemand kneifen".
Ein Cliffhanger der Extraklasse, der einen ungläubig und geschockt zurücklässt.

Das herausragende an Brodi Ashtons Schreibstil ist ihre authentische Ausdrucksweise. Sie legt ihren Figuren genau die richtigen Worte in den Mund, erschafft knisternde Spannung und gewaltige Emotionen.
Ihre Story strotzt nur so vor Fantasie, das Setting ist fabelhaft und der angenehme Lesefluss von Anfang bis Ende garantiert.

4,2 Punkte

© Opiefoto
Brodi Ashton studierte Journalismus an der Universität Utah und erwarb einen Master im Fach Internationale Beziehungen an der London School of Economics. Sie ist Mutter von zwei Söhnen, lebt mit ihrer Familie in Utah und erzählt über sich, ihr Leben und das Abenteuer, Autorin zu sein, in ihrem Blog brodiashton.blogspot.com.
Die Trilogie Ewiglich ist ihre erste Buchveröffentlichung für junge Erwachsene, Ewiglich.Die Sehnsucht der erste Teil davon. Die Geschichte ist von der griechischen Mythologie um Persephone, Tochter des Zeus und der Demeter, inspiriert, jedoch in einer modernen Highschool angesiedelt.