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Sonntag, 18. September 2016

Der Duft von Eisblumen - Veronika May

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Gerade frisch getrennt, verliert Rebekka im Stau die Nerven und fährt ihrem Vordermann auf die Stoßstange. Jetzt steht sie nicht nur vor den Trümmern ihres Lebens, sondern auch vor Gericht. Immerhin „darf“ sie Sozialstunden bei der 88-jährigen Dorothea von Katten ableisten. Die lebt allein in einer verwunschenen Villa, und zunächst scheinen die beiden Frauen nur ihre Dickköpfigkeit gemeinsam zu haben. Bis Rebekka auf ein lang gehütetes Geheimnis der alten Dame stößt und versteht, dass man sein Herz nicht auf ewig verschließen kann.

Frisch getrennt? 88? Wer hat denn bitte diese Kurzbeschreibung verfasst? Das war leider so der erste Gedanke zu diesem unheimlich schönen Buch, der den Gesamteindruck doch etwas trübt.
Auch wenn ich die Vorstellung absolut köstlich finde, einfach mal kurz den Frust rauszulassen und dem Sch*kerl in die Stoßstange zu fahren, ganz so wie das klingt spielt sich die Sache leider nicht ab. Stattdessen ist Rebekkas kleiner Ausraster eher auf ihren ihr alles abverlangenden Job zurückzuführen und (da kommt er doch ins Spiel) auf das plötzliche Auftauchen ihres Exfreundes, der sich vor einiger Zeit vergnügt pfeifend aus dem Staub gemacht hat, um sich von einer anderen das Bettchen und diverse Körperteile wärmen zu lassen. Schon verständlich, dass Rebekka da mal kurz Dampf ablassen muss.
Ihr fantastischer, filmreifer Anfall bringt ihr Sozialstunden ein, die sie durch eine glückliche Fügung des Schicksals bei der 86-jährigen (in dem Alter interessieren die zwei Jahre Differenz niemanden mehr oder was?) Dorothea von Katten abarbeiten darf. Glücklich einerseits, weil Rebekka endlich mal ihren Kopf von ihrer Arbeit auf die wesentlichen Dinge des Lebens lenken kann, und zum anderen, weil rein zufällig der nicht ganz unattraktive Taye regelmäßig vor ihrer Nase herumspaziert. Wer da schon die Hochzeitsglocken läuten hört... hat vermutlich schon vorher mal ein Buch gelesen. Aber hey, erwartet nicht zu wenig! Denn was das Buch sonst noch so zu bieten hat, hat es in sich.
Keine langweiligen, vorhersehbaren Sabbel-Stories von wegen "oooh dramatisches Geheimnis, das gar nicht so dramatisch ist, aber nur Schmalz füllt kein Buch" sondern wahrer Herzschmerz.
Rebekkas Entwicklung und ihr Weg zurück zu sich selbst und die wunderschöne, wenn auch sehr traurige Geschichte von Dorothea machen dieses Buch zu einem wahren Schatz. Liebevoll geschrieben (wie ich mir hätte denken können, hätte ich gewusst, dass das Buch von Heike Eva Schmidt ist (wer lesen kann ist klar im Vorteil)) und bis auf die wirklich ständige Wiederholung von "die adlige Dame" ein zauberhaftes Lesevergnügen, dass ich nur jedem ans Herz legen kann.

Sonntag, 22. April 2012

[Rezension] Purpurmond

Titel: Purpurmond
Originaltitel: /
Autor/in: Heike Eva Schmidt
Reihe: /
Preis: 14,99€
Seiten: 352
Verlag: PAN
Erscheinungdatum: 1. März 2012
ISBN 3426283662 
Wertung: 4,3/5

Als Cat einen alten Halsreif findet, legt sie ihn sich neugierig um. Dumm nur, dass das Schmuckstück mit einem Fluch belegt ist und sie geradewegs in die Vergangenheit befördert. Zu allem Überfluss lässt sich der Kupferreif auch nicht mehr von ihrem Hals entfernen. Wären da nicht die kräuter­kundige Dorothea und deren Bruder Jakob, der Cats Herz schneller schlagen lässt, würde sie wohl verzweifeln, vor allem, da der Halsreif sich immer enger zusammenzieht …




Purpurmond hat mir sehr gefallen. Von der Story her ist es mal wieder etwas völlig Anderes, wodurch es großen Spaß macht, das Buch zu lesen.
Das Buch ist witzig, erfrischend, aber auch Spannend und somit eine super Unterhaltung.


Das Cover ist super! Wenn man es anschaut, hat man wirklich das Gefühl, direkt hineingezogen zu werden. Auch der Titel passt prima zum Buch, denn der Halsreif zieht sich immer weiter zusammen, umso weiter der Mond abnimmt. Top!
Die Charaktere gefallen mir gut, auch wenn sie nicht perfekt sind. Cat ist sehr lustig und hat auch in den aussichtslosesten Situation immer einen witzigen Spruch auf den Lippen.  Auf mich wirkt sie manchmal etwas "dümmlich", aber darüber kann man hinwegsehen. Besser als diese durch und durch schlauen, witzigen, perfekten Figuren, die einfach in jeder Hinsicht vollkommen sind.
Auch die anderen Charaktere sind zwar nicht sonderlich außergewöhnlich, aber dennoch sehr unterhaltsam. Man kann sie sich super vorstellen, denn Heike Eva Schmidt hat sie alle sehr bildlich beschrieben.
Besonders für Richter Förg hatte ich von Anfang an ein Bild im Kopf.. und zwar Alan Rickman (Snape).
Die Figuren wirken sehr lebendig und man hat schnell eine Verbindung zu ihnen aufgebaut.
Alles in allem kann ich sagen, dass ich sehr viel Spaß hatte, die Figuren durch die Geschichte zu begleiten.


Der Spannungsbogen der Geschichte ist wirklich richtig gut. Teilweise fand ich die Zeitsprünge etwas zu häufig, aber das ist das Einzige, was ich daran auszusetzen habe.
Zwar gibt es kaum überraschende Wendungen, aber auch wenn man viele Hintergründe schon erraten hat, macht es trotzdem Spaß die Geschichte zu lesen.
Die Beziehungen zwischen Cat und den Personen, die sie sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart kennenlernt, sind sehr schön aufgebaut.
Die Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, haben mir besonders gut gefallen. Man erfährt viel über die Hexenverbrennungen damals, und auch über die damaligen Lebensumstände.
Eine Sache hat mich aber extrem gestört: Ist Cat so blöd und erkennt wirklich nicht, dass sie mit Dorothea verwandt ist, oder kommt das einfach nur nicht wirklich rüber?

Der Schreibstil ist sehr locker und unterhaltsam. Er beeindruckt vorallem durch die wunderbar witzigen und ironischen Elemente, die die Stimmung auch in ernsten Situationen auflockern.
Auch die Beschreibung der Charaktere und der Umgebung hat mir sehr gut gefallen. Das Buch liest sich wirklich super, und auch der jugendliche Stil ist sehr gut getroffen.


4,3 Punkte



"Ich bin übrigens Cat", sagte ich, um das verlegene Schweigen zu durchbrechen., das wie eine Glaswand zwischen uns stand.
"Ist das die Abkürzung von Conrad?", fragte sie nach einer Weile, ohne den Kopf zu heben.
"Äh, na ja, fast", stotterte ich...
Seite 101


Vielen Dank an PAN für das Rezensionsexemplar