Posts mit dem Label INK werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label INK werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 9. Februar 2015

[Rezension] Töchter des Mondes - Schicksalsschwestern

http://s3-eu-west-1.amazonaws.com/cover.allsize.lovelybooks.de/Tochter-des-Mondes---Schicksalsschwestern-9783863960261_xxl.jpgTitel: Schicksalsschwestern
Originaltitel: Sisters' Fate
Autor/in:
Jessica Spotswood
Reihe: Töchter des Mondes #3
Preis: 17,99€
Seiten: 384
Verlag: Egmont INK
Erscheinungsdatum: 15. 01. 2015
ISBN-13: 978-3863960261
Leseprobe
Ein Fieber wütet in New London. Doch da allen Hexen die sofortige Hinrichtung droht, ist die Schwesternschaft machtlos gegen die Krankheit. Cate hat sich bereits durch ihre Magie verraten und gilt nun als die meistgesuchte Hexe in ganz Neuengland. Schwerer wiegt für sie jedoch der Verlust ihres geliebten Finn, dessen Gedächtnis gelöscht wurde, sodass er sich nun nicht mehr an ihre einstige Liebe erinnern kann. Und die Visionen, die Cates kleine Schwester Tess immer häufiger heimsuchen, lassen keinen Zweifel daran, dass sich die unheilvolle Prophezeiung erfüllen wird. Cates, Tess‘ und Mauras vorherbestimmtes Schicksal scheint nicht aufzuhalten zu sein: Eine Schwester wird die andere vor Beginn des neuen Jahrhunderts töten …



Der dritte und finale Teil der Geschichte rund um Cate, Maura und Tess hat es definitiv in sich. "Töchter des Mondes - Schicksalsschwestern" fährt noch einmal alles auf, was die Autorin zu bieten. Nach einem eher sanften Einstieg nimmt die Story rasch an Fahrt auf und schon bald gibt es kein Halten mehr. Toller und emotionaler Abschluss!

Ohne Frage ein schönes Cover, wenn auch das schwächste der Trilogie. Nicht so gut gewählt finde ich hingegen unsere deutschen Titel, die sich nun von einfallslos, über sinnlos zu 0815 vorgearbeitet haben. (Wobei man sagen muss, dass Band 2 und 3 im Englischen auch nicht besser weggekommen)

Vergleicht man Cate, Maura und Tess aus Band 1 mit den Figuren, die man nun vor sich hat, sind sie kaum noch wiederzuerkennen. Die Verwandlung ist teils sogar etwas zu extrem, denn bis auf ein paar kleine Eigenheiten haben sie wirklich nicht mehr viel mit ihren früheren Charakteren gemein. Andererseits kann man das natürlich auch positiv sehen, denn somit sind sie wesentlich besser zu ertragen.
Zwar haben alle drei Schwestern nach wie vor eine komplizierte Art an sich, die einen mal mehr mal weniger die Haare raufen lässt, aber gleichzeitig kann man ihre Wesen nun wesentlich besser verstehen und nachvollziehen.
Trotzdem, so ganz lebendig werden die Figuren hier nicht, was allerdings auch auf den langen Abstand zwischen Band 2 und 3 zurückzuführen ist. In der Zwischenzeit sind ohne Frage viele Figuren aus dem Gedächtnis verschwunden, sodass man erst einige Zeit braucht, um sich wieder zurecht zu finden.
Alles in allem hätte es noch Luft nach oben gegeben, aber auch so bin ich zufrieden. Die vielen Facette, Überraschungen, und besonders die nahegehenden Emotionen können die kleinen Makel locker in den Hintergrund rücken.


Die Handlung ist hier wieder gleichwertig wie bisher. Der Einstieg ist relativ ruhig, die Stimmung sofort fesselnd, das Ende wieder absolut gewaltig und emotional. Doch auch die Kritikpunkte bleiben die Gleichen. Die Liebesgeschichte lässt deutlich zu wünschen übrig, auch wenn sie wirklich süße Grundzüge hat. Einige Verstrickungen hätten noch besser herausgearbeitet werden können und so manche Szene hätte noch einen Touch mehr Tiefe vertragen. Dennoch ein absolut gelungenes Finale, mit Action, Spannung, Gefühlen, und am Ende so mancher kleiner Träne im Augenwinkel.
Die Intrigen der Schwesternschaft, die Inez endgültig an sich gerissen hat, nehmen immer gewalttätigere und skrupellosere Züge an. Ohne Rücksicht auf Verluste erkämpft Inez sich ihren Weg an die Macht. Dabei macht sie auch nicht Halt davor, Maura, die anderen Mädchen und schließlich sogar Tess aufs brutalste zu manipulieren und gegeneinander auszuspielen.
Währenddessen ist die Stadt von einer Seuche bedroht, die nicht mehr aufzuhalten scheint.
Cate findet überraschende Unterstützung in einer Untergrundorganisation, die rasant heranwächst und alles daran setzt, den aufkeimenden Krieg zu zügeln. Doch wo kommt die Prophezeiung ins Spiel? Ist sie wirklich nicht aufzuhalten?
Den ersten paar Kapiteln fehlt es deutlich an Prickeln und Spannung, doch kaum beginnt es besser zu werden, kann man sich gar nicht mehr losreißen. Rein vom Verlauf der Geschichte her, hätte man sich ein besseres Ende nicht wünschen können.

Auch in diesem letzten Band der Trilogie lässt Jessica Spotswoods Wortgewandtheit sie nicht im Stich. Gewohnt schlicht, aber eindrucksvoll haucht sie ihrer Story Leben ein und versteht sich darauf, ihre Leser vollkommen zu verzaubern und zu fesseln.



3,9 Punkte

© Anne Chan
Jessica Spotswoods Leidenschaft fürs Schreiben und für Bücher begann schon in frühester Kindheit. Bis heute liebt sie romantische Geschichten und lässt sich von ihnen und ihren Figuren verzaubern. Nach ihrem Studium versuchte sie sich zuerst am Theater, merkte aber schnell, dass ihre wahre Berufung das Schreiben ist. Zusammen mit ihrem Mann und ihrer Katze Monkey lebt die Autorin in Washington D.C. “Töchter des Mondes – Cate” ist Jessicas erster Roman.

Samstag, 17. Mai 2014

[Rezension] Stranwyne Castle - Das trügerische Flüstern des Windes


http://i1.weltbild.de/asset/vgw/stranwyne-castle-das-truegerische-fluestern-des-085246017.jpgTitel: Das trügerische Flüstern des Windes
Originaltitel: The Dark Unwinding
Autor/in: Sharon Cameron
Reihe: Stranwyne Castle #1
Preis: 14,99€
Seiten: 352
Verlag: Egmont INK
Erscheinungdatum: 2. Mai 2014
ISBN-13: 978-3863960094
Leseprobe
Intrigen, Ränkespiele, Gerüchte … bei den Tulmans geht man nicht zimperlich miteinander um. Schon gar nicht mit einer vorlauten jungen Frau, von der man kaum noch hoffen kann, sie zumindest gewinnbringend zu verheiraten. Also wird Katharine vor die Wahl gestellt: Armenhaus oder sie erbringt den Beweis, dass ihr reicher Onkel, Frederick Tulman, verrückt geworden ist und das Familienvermögen zum Fenster hinauswirft. Was sie vorfindet, ist jedoch kein seniler alter Mann, sondern ein Exzentriker, der wahre Wunder vollbringt und eine surreale Welt geschaffen hat, die Katharine immer mehr in ihren Bann zieht. Wie die sturmgrauen Augen seines Assistenten Lane. Doch das Schicksal ist so trügerisch wie das Flüstern des „Stranwyne“, und plötzlich ist es Katharine, die um ihr Leben fürchten muss …

"Stranwyne Castle" verspricht eine geheimnisvolle Welt, die den Leser voll und ganz in ihren Bann ziehen soll. Mich selbst konnte die Story leider nicht fesseln, trotz geheimnisvoller Intrigen und vieler falschen Fährten. Wer es auf Katharina abgesehen hat, wird schnell klar, und auch die "surreale Welt" ist nicht so atemberaubend, wie ich mir das gewünscht hätte.

Ein seltener Fall, aber hier gefällt mir das deutsche Cover besser als das Original, auch wenn es weniger aussagekräftig ist. Harmonische Farben und ein hübsches Gesicht, zwar nichts Neues, aber schön anzusehen.

Vorneweg muss ich sagen, dass die Charaktere wirklich nicht schlecht sind. Nur konnte ich mit ihnen nicht viel anfangen.
Protagonistin Katharine und ich hatten keinen guten Start, denn sie war mir anfangs wirklich enorm unsympathisch. Sie wirkt egoistisch, hochnäsig, berechnend und kalt und dieser erste Eindruck hat sich bis zum Ende hin nicht verflüchtigt, obwohl man mit der Zeit auch weichere und gelöstere Seiten von ihr kennenlernt.
Eine unsympathische Protagonistin ist leider immer ein riesen Minuspunkt, der einen Schatten auf den kompletten Rest der Story wirft. Wie schon beim Überblick erwähnt, wird schnell klar, wer Katharine im Visier hat. Sprich: Trotz haufenweise falscher Fährten schafft die Autorin es nicht, ihre Leser zu täuschen, weshalb die Figuren ganz schnell an Glaubwürdigkeit einbüßen.
In dem Buch tummeln sich zwar viele nette Figuren, wirklich sehr außergewöhnliche dazu, aber der Funke ist bei mir nicht übergesprungen. Weder die Schroffe Haushälterin, noch der verschrockene kleine Junge, der nie spricht, konnten mich wirklich berühren, ebenso wenig der abweisende Lehrling des Onkels, oder gar Onkel Tully selbst.
Schnell wird klar, dass Onkel Tully autistisch ist, auch wenn dies nie explizit ausgesprochen wird. Dadurch wird er zur interessantesten Figur, denn die Krankheit wurde wirklich super umgesetzt. Besonders die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen Katharine und ihrem Onkel war wunderschön, die Zuneigung geradezu spürbar.
Doch wie gesagt, der schlechte Start mit Katharine lies sich einfach nicht abschütteln.

Katharine erledigt für ihre Tante Alice die Buchhaltung, etwas anderes bleibt ihr nicht übrig. Ohne Eltern, ohne Geld und ohne Mann ist sie auf die finanzielle Unterstützung ihrer Tante angewiesen, sodass ihr nichts anderes übrig bleibt, als nach deren Pfeife zu tanzen.
Aus Geldgier wird Katharine nach Stranwyne Castle geschickt, um zu bezeugen, dass ihr Onkel nicht zurechnungsfähig ist. Dies würde dazu führen, dass dessen kompletter Besitz direkt an Alice Sohn und somit an Alice übergeht.
Eine theoretisch simple Aufgabe, die Katharine zügig hinter sich bringen will, doch einmal in Stranwyne Castle angekommen, geraten ihre Vorsätze ins Wanken. Was ihr Onkel sich dort geschaffen hat, ist nicht einfach eine verschwenderische Aktion eines Geisteskranken, sondern eine eigene kleine Welt.
Er beschäftigt an die 1000 Menschen, für die er zwei Dörfer auf seinem Anwesen errichtet hat. Onkel Tully selbst ist fast rund um die Uhr in seiner Werkstatt, in der er Dinge verbirgt, die Katharine sich im Traum nicht vorstellen kann.
Schon nach wenigen Tagen entwickelt sich eine tiefe Zuneigung zu ihrem Onkel, der zwar ganz offenbar wirklich nicht alle Tassen im Schrank hat, aber ein liebevoller Mensch und genialer Wissenschaftler ist. Katharine lässt sich zu einem Monat Bedenkzeit überreden, ist jedoch nach wie vor fest entschlossen, den Auftrag ihrer Tante zu erfüllen, schließlich muss sie in erster Linie an sich selbst denken. Doch das Wissen, dass die Zukunft hunderter Menschen in ihren Händen liegt, lastet schwer auf ihr, ganz zu schweigen davon, wie sehr sie Stranwyne Castle und dessen Bewohner liebt.
Doch die bevorstehende Entscheidung ist nicht das einzige Problem: Jemand scheint es auf Katharine abgesehen zu haben. Obwohl sie keinen Schluck Alkohol trinkt, verschwimmen ihre Erinnerungen, sie riskiert ihr Leben, ohne sich daran zu erinnern. Katharine hat Angst verrückt zu werden, doch jemand hat seine Finger im Spiel.
Die Geschichte bietet verschiedene Handlungsstränge, die sich geschickt zusammenfügen. So weit so gut, auch das Setting gefällt mir, ohne Frage, aber packen konnte mich das Buch nicht. Der Funke ist, trotz wirklich netter Story, nicht übergesprungen, mir hat der Drang weiterzulesen gefehlt. Kurz gesagt: Das Buch ist ganz nett, aber in meinen Augen auch nicht mehr.

Geschrieben ist das Buch wirklich gut, man wird sofort in die Vergangenheit versetzt, obwohl die Ausdrucksweise einem Jugendbuch entsprechend frisch und flott bleibt. Ein schwieriger Balanceakt, den die Autorin wunderbar gemeistert hat. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen setzt sie gekonnt um, und ihre Kulisse lässt ein eindrucksvolles Bild vor den Augen ihrer Leser entstehen. Lediglich der letzte Schliff, die packenden Elemente, die einem zum Weiterlesen drängen, fehlen mir leider.

2,9 Punkte




Sharon Cameron - Stranwyne Castle- Egmont INK
© Rusty Russell
Sharon Cameron lebt in Nashville, Tennessee. Wenn sie nicht gerade schreibt, stöbert sie gern in staubigen Historien-Wälzern, durchlöchert mit ihrem Langbogen Zielscheiben oder frönt ihrer lebenslangen Suche nach geheimen Durchgängen und Verstecken.
“Stranwyne Castle” ist ihr erster Roman.