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Freitag, 1. August 2014

[Rezension] Haltung bewahren bei voller Trunkenheit

http://s3-eu-west-1.amazonaws.com/cover.allsize.lovelybooks.de/Haltung-bewahren-bei-voller-Trunkenheit-9783499617430_xxl.jpgTitel: Haltung bewahren bei voller Trunkenheit
Originaltitel: /
Autor/in: Anne-Sophie & Marie-Aldine Girard
Reihe: /
Preis: 9,99€
Seiten: 176
Verlag: rororo
Erscheinungdatum: 1. August 2014
ISBN-13: 978-3499617430
Leseprobe
Warum schneiden sich Frauen immer wieder eigenhändig einen Pony und jammern dann, dass sie nicht aussehen wie Kate Moss? Was unterscheidet die durchschnittliche Frau von einer perfekten Gastgeberin? Woran erkennt man einen Macho? Oder dass der attraktive Kerl am Tisch nebenan zu jung für einen ist? Dieses Buch ist eine Anleitung für alle unperfekten Frauen. Ihr werdet Theorien finden wie die Erdnuss-Theorie oder das universelle Konzept «Jetzt ist es eh egal». Ihr werdet lernen, wie man seine Würde behält, wenn man zuviel getrunken hat, wie man angesichts eines hässlichen Babys reagiert und welche Fragen man Männern lieber nicht stellen sollte, wenn man die Antworten nicht hören möchte. «Diese beiden Frauen sind nicht nur witzig, sie haben auch alles verstanden.» (Cosmopolitan)

 

Ein Buch zum Schieflachen!
Voller witziger Weisheiten und knallharter, !aber wahrer!, Fakten, über die Frau von heute. Die eben nicht perfekt ist. Und: Wer es doch ist, ist schlichtweg eine Zicke.
Ob die Analyse, welche Sorte Frau sich bitte auf High Heels wohlfühlt, Schaubilder der exponentiellen Auswirkung von Alkohol auf die Psyche, oder simple Regeln, die das Leben einfacher machen. Eine ordentliche Portion Selbstironie ist allerdings von Nöten und auch ein etwas ausgeprägteres Selbstbewusstsein, sonst fühlt sich manch einer vielleicht doch eher ein wenig angegriffen. Wer allerdings bei Sprüchen wie "Vernachlässige nie die Schlampe in dir. Sie kann dir eines Tages sehr nützlich werden!" denkt, yeah, ich mache alles richtig, der wird in diesem Buch seine Bibel finden.
In zahlreichen Sprüchen erkennt man sich wieder, und muss einfach nur lachen, wie verrückt manche Ticks einfach sind, die man hat. Wer kennt es zum Beispiel nicht, den Gedanken "Jetzt ist es eh egal", wenn man trotz Diät schon ein Croissant gegessen hat. Dann kann Nutella auch nicht mehr viel kaputt machen! Diese These und viele weitere werden vertieft, andere Verhaltensweisen analysiert und ins richtige Licht gerückt. Kurz gesagt: Uns wird vor Augen geführt, warum wir in all unserer Unperfektheit einfach perfekt sind!
Einziges Manko: Seite 127 kann ich widerlegen, aber das ist auch wirklich das Einzige. Ansonsten: 100% eiskalte Wahrheit, auf fast 200 Seiten, von der man gar nicht genug bekommen kann. Ich hätte ewig weiterlesen können und auch 500 Seiten mehr noch genossen.
Witzig, spritzig, ironisch und einfach wahr. Ein geniales Buch, für Frauen, die auch mal über sich und ihre Eigenheiten lachen können!


4,7 Punkte

Samstag, 18. Januar 2014

[Rezension] Schattenblüte - Die Erwählten

Titel: Die Erwählten
Originaltitel: /
Autor/in: Nora Melling
Reihe: Schattenblüte #3
Preis: 14,99€
Seiten: 400
Verlag: rororo
Erscheinungdatum: 1. Oktober 2013
ISBN-13: 978-3499267024
Leseprobe
Die letzte Schlacht beginnt: Schatten gegen Licht – Liebe gegen Schmerz. Luisa ist zur Werwölfin geworden, nur so konnte sie überleben. Nun droht ihr ein grausames Schicksal: Bald wird sie ihre Erinnerung an ihr vorheriges Leben verlieren – auch die an ihren geliebten Bruder, der viel zu früh sterben musste. Als der Leitwolf Norrock ihr das Tor zur Unterwelt zeigt, ergreift sie die Chance: Endlich kann sie ihren Bruder wiedersehen. Sie ahnt nicht, in welch große Gefahr sie sich damit bringt – noch nie hat jemand zurückgefunden aus der Welt der Toten. Thursen, ihrer großen Liebe, gelingt es dennoch, sie zu retten. Doch damit haben sie die mächtigen Gegenspieler der Wölfe – die Shinanim – auf ihre Spur gelockt. Ihr Ziel: die Vernichtung aller Werwölfe ...




Der Abschluss der "Schattenblüte"-Trilogie war in meinen Augen der schwächste Teil und kann vor allem mit Band 2 "Die Wächter" bei Weitem nicht mithalten. Vieles ist sehr langgezogen, anderes kommt in meinen Augen zu kurz. Stark hingegen sind wie immer die Charaktere und die knisternde Stimmung, die dafür sorgen, dass das Buch dennoch einen relativ runden Abschluss bildet.

Wie bei den Vorgängern bildet auch hier die dunkelblaue, mit Spotlack versehene Lilie das Highlight. Das Covermotiv gefällt mir recht gut, allerdings finde ich es etwas überschärft und auch die Schriftfarbe will nicht so recht mit dem Rest harmonieren.


Ganz so restlos begeistert wie bisher bin ich dieses Mal nicht von den Charakteren. Band 2 ist bei mir allerdings schon eine Weile her, weshalb ich mich auch erst wieder neu mit den Figuren anfreunden musste.
Anders als bisher aber konnten mich manche der neuen Figuren nicht vollkommen überzeugen. Dass es in "Schattenblüte" keine schwarz-weiß-Figuren gibt, hat mir bisher immer sehr zugesagt, doch diesmal bleibt es leider nicht ganz so grau, sondern tendiert doch etwas Richtung typischer Bösewicht.
Eine Figur, die mir nicht gefällt, ist natürlich kein Weltuntergang, im Gegenteil, das zeigt nur, wie hoch die Erwartungen eigentlich waren.
Nach den ersten paar Kapiteln sind die bekannten Figuren auch wieder präsent und rufen einem das bisherige Geschehen in Erinnerung. Wiederholt wird nämlich wenig bis gar nichts, was manchmal doch etwas schwerfiel.
Luisa im Besonderen hatte ich sehr anders in Erinnerung, teilweise war sie mir zu blass. Ihre tiefe Trauer in Band 1 war so greifbar und ging unter die Haut, dass die "neue" Luisa einem beim Lesen seltsam fern bleibt. Im letzten Band wurde Luisa zum Wolf und genau das wird der Figur meiner Meinung nach zum Verhängnis, denn die ganze verworrene Wolf/Mensch-Sache kam bei mir nicht wirklich rüber.
Krasser Gegensatz hierzu sind Thursen und Elias und ganz besonders das restliche Wolfsrudel, das man in diesem Band besser kennenzulernen scheint als zuvor. Natürlich hat sich die Besetzung sehr verändert, aber man bekommt einen tieferen Einblick in das Zusammenspiel des Rudels und was es wirklich bedeutet, dazu zu gehören.
Ebenfalls sehr positiv anzumerken ist, dass die Autorin auch einige bisherige Nebenfiguren weiter in den Vordergrund rückt und dadurch nicht nur für einige Überraschungen sorgt, sondern auch für nahezu jede Figur einen runden Abschluss schafft.
 
Luisa stand am Rande des Todes und konnte sich nur durch die Verwandlung in einen Werwolf retten. Schwerzverletzt kämpft sie immer wieder gegen den Wolf an, um sich von Thursen behandeln zu lassen, denn trotz der schnellen Heilkräfte der Werwölfe, kommt sie nur langsam wieder auf die Beine. Dies ist auch der Grund, weshalb Thursen sie nicht sofort zurückverwandelt. Doch die Engel haben Rache geschworen und sind ihnen dicht auf den Fersen.
Sie bekommen Luisa und Haddrice in ihre Fänge, um sie von ihrem Wolfsdasein zu heilen. Brutale Foltermethoden erwarten die beiden jungen Wölfinnen im Geheimversteck der Engel, deren Oberhaupt inzwischen in Berlin eingetroffen ist.
Dank Luisa schaffen die beiden es jedoch, zu entkommen, doch dann bricht das Chaos erst richtig los. Luisa betritt die Welt der Toten, um noch einmal mit ihrem kleinen Bruder Fabian in Kontakt zu treten und endgültig Abschied zu nehmen. Doch dadurch löst sie eine unaufhaltsame Kettenreaktion aus, denn unbeabsichtigt lockt sie dadurch die Engel auf die Spur... Denn die Engel kennen eine Methode, um alle Wölfe auf einen Streich auszulöschen.
Band 1 überzeugte durch die Melancholie und schwermütige Stimmung, während Band 2 durch einen rasanten Spannungsbogen glänzte. "Die Erwählten" ist beides, sowohl melancholisch als auch spannend, aber trotzdem springt der Funke nicht ganz über. Viele Passagen waren mir schlichtweg zu zäh, währen andere wiederum innerhalb weniger Sätze abgehandelt werden. So zum Beispiel Luisas Besuch im Totenreich, der kaum eine Seite dauert.
Zudem ist die Geschichte sehr blutig und gewaltvoll, das Ende dann hingegen recht flott und simpel zur Stelle. Auch beim Ende weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll, es ist einfach sehr unerwartet und wirkt dadurch, dass man so überhaupt nicht damit rechnen konnte, eben auch etwas weit hergeholt.
Alles in allem der schwächste Band, nicht schlecht, aber leider auch nicht sonderlich überzeugend. Schade um die Trilogie, denn die ersten beiden Bände waren wirklich umwerfend!

Nora Mellings Art zu schreiben hat mich von Anfang an fasziniert. Auch hier kommt ihr besonderer Stil wieder gut zur Geltung, wobei man auch hier sagen muss, dass emotionale und ruhigere Szenen besser gelungen sind, als die blutigen Kampfszenen. Der Wiedererkennungswert ist aber dennoch bemerkenswert und meine Begeisterung für ihren Schreibstil ist durch nichts zu erschüttern. Meeeeeeeehr!

2,9 Punkte

© by Dieter Kroll
Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln.

Samstag, 28. Dezember 2013

[Rezension] Weihnachtspunsch und Weihnachtskater: Katzengeschichten zum Fest

http://cover.allsize.lovelybooks.de.s3.amazonaws.com/weihnachtspunsch_und_weihnachtskater-9783499259708_xxl.jpgTitel: Weihnachtspunsch & Weihnachtskater
Originaltitel: /
Autor/in: Christiane Lind
Reihe: /
Preis: 8,00€
Seiten: 192
Verlag: rororo
Erscheinungdatum: 1. November 2012
ISBN-13: 978-3499259708
Leseprobe
Wer schnurrt da unterm Weihnachtsbaum? Ob die Tierheimkater Max Kleinpfote und Moritz Fleck so kurz vor Heiligabend noch ein neues Zuhause finden werden? Was soll der Witwer Gottfried mit dem Kätzchen anfangen, das ihm beim Tannenbaumkauf im wahrsten Sinne des Wortes in die Hände fällt? Muss Iris nach der Trennung von ihrem Freund wirklich alleine Weihnachten feiern, oder kann ihr verfressener Kater Maunz in letzter Minute dafür sorgen, dass sie doch noch Gesellschaft bekommt? In heiteren und humorvollen, besinnlichen und zuweilen auch nachdenklich stimmenden Geschichten zeigt Christiane Lind, dass unsere Samtpfoten meistens mehr vom Fest der Liebe verstehen, als wir Menschen denken. Fröhliche Weihnachten!



Ein wunderschöner Zeitvertreib für Katzenliebhaber, die mal so richtig in Weihnachtsstimmung kommen wollen. Mit vielen schönen Kurzgeschichten begeistert die Autorin Christiane Lind und bringt dem Leser das Weihnachtsfest aus Katzensicht näher. Dabei ist für jeden was dabei; ob traurig, witzig, romantisch oder spannend, hier kommt jeder auf seine Kosten.

Mit einem schnuckeligen Kätzchen auf dem Cover kann man gar nichts falschmachen ;) Total niedlich! Der Titel ist auch super gewählt!
 
Die Kurzgeschichten sind sehr vielfältig.
Teilweise denkt man sich "Was lese ich da eigentlich für einen Mist", aber überraschenderweise kann man dennoch nicht genug davon bekommen. So fliegt man nur so durch die schönen Geschichten, erlebt die Weihnachtszeit mal aus Sicht der Besitzer, mal aus Sicht der Katzen und wird bestens unterhalten.
Die Katzen sind wirklich super gelungen, ihre Gedanken sorgen immer wieder für ein Lächeln und man kann sich bildlich vorstellen, wie sie das Leben ihrer Besitzer gehörig auf den Kopf stellen.
Sei es nun die verwöhnte Rassekatze, die auf der Suche nach Abenteuern auf der Straße landet, der verrückte Kater, der Geschenkband frisst und den Freund seiner Besitzerin vertreibt, oder die beiden Katerbrüder, die im Tierheim auf neue Besitzer warten. Auch hier sind jede Menge Katzenpersönlichkeiten vertreten und wer selbst Katzen hat, wird sie definitiv in einem ganz anderen Licht betrachten!

Kurzgeschichten finde ich normalerweise sehr schwer zu bewerten, da sie meisten sehr flach sind. Christiane Lind hingegen schafft es, trotz weniger Seiten, ihren Figuren, ganz besonders den Katzen, einen ganz eigenen Charakter mit viel Tiefe zu verschaffen. Die Geschichten sind abwechslungsreich, kreativ, unterhaltsam und nicht platt. Super!


4,0 Punkte




© by Nelli Stürmer, Kassel
Christiane Lind, Jahrgang 1964, wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie abwechselnd mit einem Ehemann in Duisburg und fünf Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die promovierte Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich als Unternehmensberaterin und Sozialforscherin selbstständig machte. Neben Sachbüchern und Artikeln in Fachzeitschriften hat Christiane Lind bereits zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht. «Die Geliebte des Sarazenen» ist ihr erster Roman.