Sonntag, 1. Juni 2014

[Rezension] Venezianische Nächte

Titel:Venezianische Nächte
Originaltitel: /
Autor/in: Felicity La Forgia
Reihe: /
Preis: 12,90€
Seiten: 228
Verlag: Sieben-Verlag
Erscheinungdatum: Mai 2014
ISBN-13: 978-3864434341
Leseprobe
Wenn du aufwachst aus einem Traum und alle Masken fallen – hast du den Mut, den anderen zu erkennen für das, was er wirklich ist?   Das Leben läuft nicht rund für Clara Hummel. Nicht nur, dass sie von ihrem Ex-Freund durch eine neue Flamme ersetzt wurde, auch ihr Job hängt am seidenen Faden. Nur der Erfolg, den venezianischen Lingerie-Hersteller La Giarrettiera für ihren Arbeitgeber zu gewinnen, kann sie noch retten. Dafür reist sie mitten in der Karnevals-Zeit nach Venedig. Doch Niccolo Contarini denkt gar nicht daran, es ihr leicht zu machen, und seine Dessous über Claras Firma zu verkaufen. Frustriert über ihren drohenden Untergang, stürzt sie sich ins venezianische Nachtleben - und in die heiße Affäre mit einem maskierten Cavaliere. Was er ihr nicht zeigt, ist sein Gesicht, doch was er ihr zeigt, ist fremd, exotisch und verboten – aber auch einfach zu gut, um es sich entgehen zu lassen.

 

"Venezianische Nächte" entführt den Leser auf eine Reise voller Erotik, Lust und Leidenschaft. Doch anders, als es bei solchen Büchern oft der Fall ist, geht hier die Story selbst nicht verloren und es ist auch sonst noch ordentlich Handlung vorhanden. Ein prickelnder Roman für einige kurzweilige Lesestunden.

Die Maske am Rand passt selbstverständlich zum Schauplatz: Venedig. Das Paar hingegen entspricht nicht wirklich dem optischen Erscheinen von Clara und dem Cavaliere, aber im Gesamtpaket gefällt mir das Cover gut.

Die Figuren des Buches sind nicht sonderlich tiefgehend, das braucht ein solches Buch auch nicht. An Sympathie mangelt es allerdings überhaupt nicht, im Gegenteil, mit Protagonistin Clara und ihrer Freundin Sabine hat man sofort einen guten Draht.
Clara hat eine erfrischende, direkte und zielstrebige Art an sich, die anfangs noch etwas unter ihrem Trennungsgroll verborgen liegt. Doch schnell kommt ihre kämpferische Ader hervor, ausgelöst durch den arroganten Strapsbaron Niccolo Contarini. Ein widerlicher, knallharter Geschäftsmann, aber dennoch faszinierend und anziehend.
Noch einige Figuren als Beiwerk und zum Funktionieren der Handlung hinzugefügt und fertig ist der Charakterpool, der mir wirklich super gefallen hat. Die Charaktere sind genau im richtigen Maß für dieses Buch ausgearbeitet, haben alle ihren Reiz, bieten Überraschungen und Geheimnisse, die man erst nach und nach entschlüsselt und bieten somit mehr als nur heiße Körper und verstaubte Gehirne.


Clara geht mit dem Auftrag nach Venedig, für das Kaufhaus Seehofer den Deal des Jahrhunderts an Land zu ziehen: Die Lizenz zum Verkauf der Dessous von niemand geringerem als Niccolo Contarini, dem Inhaber von La Giarrettiera höchstpersönlich. Von diesem Deal hängt Claras Job ab, doch der Strapsbaron macht es ihr nicht leicht, im Gegenteil. Er scheint keinerlei Interesse an einer Zusammenarbeit zu zeigen.
Gefrustet stürzt sich Clara gemeinsam mit Sabine ins Venediger Nachtleben, wo sie auf den maskierten Cavaliere trifft. Nach kurzem Zögern lässt Clara sich auf ein heißes Abenteuer ein, dass sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können...
Das Tolle an dem Buch ist einfach, dass man ab der ersten Sekunde sofort mittendrin ist. Die Stimmung ist unheimlich mitreißend, der Verlauf der Geschichte ein angenehmer Wechsel zwischen ruhiger Handlung, Erotik und Gefühlen. Die Balance wird exzellent gehalten und verleiht dem Roman somit einen Touch, der ihn aus der Kiste der billigen Lustgroschen heraushebt.
Das Ende wurde mir dann etwas zu flott abgehandelt und konnte nicht ganz mit dem genialen Anfang mithalten, aber trotzdem hat mir das Buch als Ganzes sehr gefallen.

Wie schon erwähnt ist das Buch sehr mitreißend geschrieben und man kann sich kaum davon losreißen. Die Story fesselt von der ersten Sekunde an und das hält sich bis zur letzten Seite. Klar, es ist keine anspruchsvolle Lektüre, die Sprache ist nicht hochtrabend, aber genau das erwartet man ja auch nicht von so einem Buch. Ein paar Mal fand ich die Wortwahl des Cavalieres unstimmig, aber das ist auch schon alles, was ich am Schreibstil zu bemängeln habe.

4,2 Punkte
Hinter dem Pseudonym Felicity La Forgia steckt das Autoren-Duo Corinna Vexborg und Nicole Wellemin. 2011 haben sich die Autorinnen in einem Online-Forum für Schriftsteller kennengelernt. Corinna ist gelernte Restaurantfachfrau und lebt mit ihrem Mann und vier Katzen auf der Insel Fünen in Dänemark. Nicole lebt mit ihrer Familie in einem Reihenhausidyll östlich von München und arbeitet als Produktmanagerin bei einem DVD-Label.
Corinna über Nicole: Begeisterungsfähig, fantasievoll und voller Energie - wenn ich einen Tritt in den Hintern brauche, um über eine Schreibblockade hinwegzukommen, poliert Nicole schon ihre Stiefel!
Nicole über Corinna: Mit ihrem Blick fürs Detail, den unermüdlichen Fragen nach Motivation und Logik, und vor allem ihrem Händchen, unseren Figuren auch aus den ärgsten Sackgassen herauszuhelfen, sorgt Corinna dafür, dass mir in all meiner Euphorie für unsere Geschichten nicht auf halbem Weg die Puste ausgeht.

[Rezension] Æthersturm

Titel: Æthersturm
Originaltitel: /
Autor/in: Susanne Gerdom
Reihe: Ætherwelt #2
Preis: 16,95€
Seiten: 400
Verlag: ueberreuter
Erscheinungdatum: 7. April 2014
ISBN-13: 978-3764170127
Die Aetherwelt steht kurz vor einem Krieg. Die Kaiserin ist von den Gegnern der sogenannten Engel festgesetzt worden und nun soll auch ihre Tochter Mizzi gefangengenommen werden. Mit letzter Kraft rettet sich diese in die Kanalisation. Dort sammeln die Alliierten der Engel um die junge Kato von Mayenburg und den Halbengel Jenö ihre Kräfte, um die unwürdige Sklaverei der Elementarwesen durch die Menschen ein für alle Mal zu beenden. Jenö, Kato und Mizzi treiben die Kreigswirren an jeweils andere Orte der Kaiserstadt Wien. Und jeder von ihnen macht dabei Entdeckungen, die bis dato jenseits ihrer Vorstellungskraft lagen.

 
Während der Krieg in "Æthermagie" eher im Hintergrund blieb, bricht er nun vollkommen über die Leser herein. Die Engel stehen vor den Toren Wiens, das Militär plant in aller Stille einen Putsch und die Zeit ist vollkommen aus den Fugen geraten. Die Thematik ist somit eine etwas andere, doch spannend ist der Abschluss der Dilogie in gleichem Maße, wie sein Vorgänger.

Auch bei diesem Cover kann ich wie zuvor nicht meckern. Zwar gefällt mir optisch Band 1 besser, doch auch "Æthersturm" ist aussagekräftig, passend und vor allem etwas Neues.

Die Charaktere im ersten Band habe ich in den höchsten Tönen gelobt und auch hier überzeugen sie wieder durch ihre Authentizität.
Anders als im Vorgänger wird hier zwar nach wie vor aus Katos Sicht erzählt, diesmal aber auch aus der Mizzis und Jenös. Mizzi kennt man bereits, sie ist die Tochter des Kaisers und Kato in vielen Dingen sehr ähnlich. Diese Ähnlichkeit lässt einen an der ein oder anderen Stelle oft durcheinanderkommen, da Mizzi sich manchmal nicht sonderlich abhebt. Kato war mir hier wesentlich lieber.
Jenö ist halb Mensch, halb Engel, von beiden Seiten verachtet und unerwünscht und lebt auf sich allein gestellt in der Kanalisation. Er trifft durch gewisse Umstände auf den Zeitmeister, der sofort ein außergewöhnlich großes Interesse an dem Jungen zeigt. Jenös Sicht hat mir recht gut gefallen, zwar war er als Person nicht unbedingt mein Fall, aber man fiebert gespannt mit, was es mit dem Jungen auf sich hat.
Vermisst habe ich allerdings Jewgenij, der mir in Band 1 sehr ans Herz gewachsen ist. Er tritt hier eher in den Hintergrund, tritt nur noch passiv in Erscheinung. Durch diesen Wermutstropfen haben die Charaktere in meinen Augen ein wenig von ihrem Glanz eingebüßt, bewegen sich aber immer noch auf einem hohen Level.
Erneut sind sie nicht leicht zu durchschauen und so manche Überraschung erwartet den Leser.


Wieder wirft die Autorin ihre Leser ins kalte Wasser, direkt hinein in die Sicht, des bis dato unbekannten Jenö. Das Lesegefühl vom ersten Band ist somit sofort wieder da, auch wenn man die Welt der Geschichte nun schon kennt. Erneut ergeben die Geschehnisse erst nach und nach ein verständliches Gesamtbild. Eine Story voller Rätsel, Intrigen, falschen Vermutungen und augenscheinlich ausweglosen Situationen.
In Wien herrscht Ausnahmezustand, die Engel drohen die Stadt einzunehmen, die Regierung ist am Ende und der Korridor des Zeitmeisters ist kurz davor, zu kollabieren. Das hätte verheerende Folgen, nicht nur für Wien, sondern die ganze Welt. Der Einzige, der die Situation retten kann, ist Zeitmeister Tietz, doch dieser ist spurlos verschwunden. Doch nicht nur das, die Vermutung keimt auf, dass der Wissenschaftler für die Regierung arbeitet und eine Waffe erschafft, die die Engel für immer zerstören könnte. Hat er die ganze Zeit ein falsches Spiel gespielt?
Auch in der Welt der Strotter, in der Kanalisation, macht sich der Krieg bemerkbar. Mehr und mehr Flüchtlinge versammeln sich in der unterirdischen Stadt, darunter auch Mizzi, die kaiserliche Hoheit. Es wird Zeit, dass auch sie in den Krieg eingreifen.
Die Geschichte ist spannend wie gewohnt, aber unterscheidet sich sehr vom ersten Band. Mir hat Band 1 besser gefallen, die magische Welt des Æthers, das Brünnlfeld, Katos Geschichte...
Hier stehen andere Dinge im Vordergrund, die mir zwar auch gefallen haben, aber nicht an meine Begeisterung für den ersten Teil heranreichen können.
Trotzdem bleibt "Æthersturm" als runder Abschluss der Geschichte in Erinnerung, der alle ungeklärten Fragen beantwortet, neue Erkenntnisse bietet und durch die vielen Wendungen und Überraschungen zu einem rasanten Pageturner wird.

Ich muss gestehen, dass ich nicht ganz so gefesselt war, wie letztes Mal. Das liegt hauptsächlich an den Sichten, da ich mit Mizzi und Jenö bei weitem nicht so viel anfangen konnte, wie mit Kato und Jewgenij. Der Spannungsbogen macht das zwar großteils wieder wett, aber zu 100% mitgerissen war ich nicht. Aber 90% sind ja auch nicht schlecht ;) Der Aufbau der Geschichte, die Sprache und das Setting waren aber wieder erstklassig.

4,0 Punkte
Susanne Gerdom, 1958 geboren, ist am Niederrhein in Rheinhausen aufgewachsen, wo sie auch zur Schule ging. Nach einer Buchhandelslehre beschäftigte sie sich mit dem Theater und verbrachte einige Jahre als Schauspielerin und Regisseurin in Düsseldorf. Später begann sie, Fantasy und Science Fiction zu schreiben. Sie lebt und arbeitet seit 2008 wieder am linken Niederrhein.
www.susannegerdom.de

[Blogparade] Venezianische Nächte

 
Heute folgt schon mein letzter Beitrag zur Blogparade, meine Meinung zu den letzten 3 Kapiteln. Vorbei ist sie natürlich trotzdem noch nicht, auf den anderen Blogs werden noch Beiträge folgen und auch die Schnitzeljagd ist noch in vollem Gange! Vergesst nicht, dass ihr ALLE Fragen beantworten müsst, wenn ihr ein Exemplar des Buches gewinnen wollt


In den letzten drei Kapiteln weicht die Erotik der Romantik. Die letzten ungeklärten Fragen und Geheimnisse werden gelüftet, ein runder Abschluss gefunden und die Geschichte geht gelungen zu Ende.
Zwar haben mir persönlich die ersten Kapitel besser gefallen, da sie detaillierter, ausführlicher und damit näher am Leser waren, aber ein besseres Ende hätte meiner Meinung nach nicht gefunden werden können. Obwohl man so manches Ereignis hat kommen sehen, bieten diese letzten paar Seiten noch einmal neue Erkenntnisse, die man in dieser Form garantiert nicht erwartet.
Kurz gesagt: Ein gutes Ende, zwar nicht das Highlight des Buches, aber dennoch gelungen.

In diesem Sinne, viel Spaß noch mit der Blogtour, legt euch das Buch zu und lasst mich wissen, ob ihr es genauso toll findet wie ich!