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Dienstag, 28. Februar 2017

[Rezension] Feuer und Feder, Kathy MacMillan

http://www.beltz.de/fileadmin/beltz/products/9783407747969.jpg
Als die Sklavin Raisa zur Tutorin ausgebildet werden soll, kann sie es kaum fassen, denn Lesen und Schreiben ist im Königreich Qilara nur der Oberschicht vorbehalten. Gemeinsam mit Kronprinz Mati lernt sie nun die schwierigen Zeichen der Hohen Schrift, mit der man in Kontakt zu den Göttern treten kann. Die beiden kommen sich dabei näher als erlaubt und verlieben sich ineinander. Aber dann fordern Rebellen Raisas Unterstützung. Sie ist hin und her gerissen zwischen der Treue zu Mati und dem Wunsch, ihrem unterdrückten Volk zu helfen. Schon der kleinste Fehltritt könnte ihren Tod bedeuten.

Nach den ersten 100 Seiten war ich versucht, das Buch abzubrechen. Zu verwirrend war die Geschichte der Götter, die parallel zum normalen Handlungsverlauf erzählt wird und zu langatmig der Einstieg. Die Geschichte hat sich gezogen wie Kaugummi und auch mit den Charakteren bin ich einfach nicht warm geworden.
Warum genau ich dennoch weitergelesen habe, kann ich gar nicht sagen. Aber ich bin froh, dass ich es getan habe! Denn dann geht die Story erst richtig los und mit jedem Kapitel wird es spannender. Zwar bleibt die ganze Götter-Sache echt schwer zu verfolgen, weil ich bei jedem Kapitel wieder nachschlagen musste, wer denn nun wer ist und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, aber davon abgesehen kommt endlich ein angenehmer Lesefluss zustande.
Raisa und Mati wachsen zu jungen Erwachsenen heran und ihre Entwicklung ist sehr authentisch dargestellt und macht sie zunehmend greifbarer. Ihre Gefühle füreinander kommen großteils ohne unnötigen Kitsch sehr gut zur Geltung und sind weit entfernt davon, klischeehaft perfekt zu sein. Genau das macht sie in meinen Augen noch perfekter.
Neben der wirklich tollen Liebesgeschichte kommt auch der spannende Part der Geschichte nicht zu kurz. Der Aufstand der Rebellen ist gut strukturiert und mit Fakten untermauert. Raisas Zerrissenheit zwischen ihrem Volk und ihrer Liebe ist sehr emotional gestaltet und kann durchweg überzeugen.
Zum Ende hin geht alles etwas schnell und man hat zeitweise schon leichte Schwierigkeiten, überhaupt mitzukommen, aber alles in allem ist "Feuer und Feder" ein Buch, bei dem es sich definitiv lohnt, auch nach einem etwas holprigen Einstieg dranzubleiben.


Neugierig geworden? Bei Beltz & Gelberg findet ihr alle weiteren Infos zu dem Buch. Oder auch  direkt hier bestellbar ;)

Donnerstag, 12. März 2015

[Rezension] Open Road Summer

http://www.beltz.de/fileadmin/beltz/products/9783407745248.jpgTitel: Open Road Summer
Originaltitel: Open Road Summer
Autor/in:
Emery Lord
Reihe: /
Preis: 14,95€
Seiten: 380
Verlag: Beltz & Gelberg
Erscheinungsdatum: 02. 02. 2015
ISBN-13: 978-3407745248
via Blogg dein Buch
Ein Buch zum Umarmen. »Wenn man eine beste Freundin hat, mit der man lachen kann, und dazu ein bisschen gute Musik, ist das schon mal die halbe Miete.« Es soll der Sommer ihres Lebens werden: Reagan hat sich gerade von ihrem Freund getrennt und will endlich ihr Leben in den Griff kriegen. Sie begleitet ihre beste Freundin, den Country-Star Lilah Montgomery, auf einer ausverkauften Tour durch die USA. Lilah hat selbst mit Liebeskummer zu kämpfen und die beiden Mädchen vertrauen auf ihre unendliche Freundschaft. Bis der charismatische Matt Finch als Opening Act angeheuert wird und nicht nur Reagans Gefühle komplett durcheinanderbringt ... Ein Roman zum Wohlfühlen – voller Liebe und Musik, und darüber, dass das Herz den richtigen Weg weist, wenn man nur auf es hört.



"Open Road Summer" nimmt die Leser mit auf eine Tour quer durch die USA. Eine Tour voller Freude, Schmerz und Hoffnung und der Gefahr, von nicht verheilten Wunden. Emotional, tiefgründig und absolut fesselnd!

Beide Cover, sowohl das deutsche, als auch das Original, sind absolute Hingucker. Gleichzeitig so ähnlich und doch so verschieden, aber beide in höchstem Maße ansprechend. Da kann man auch mal ein Auge zudrücken, weil beide Mädchen eigentlich nur schulterlange Haare haben.

Zu den Figuren lässt sich nur eines sagen: Wow!
Von Anfang an sympathisch, aber am Ende so viel mehr. Nach und nach wächst man immer mehr mit den Charakteren zusammen. Man landet mitten unter ihnen und fühlt sich als Teil ihrer Gemeinschaft.
Besonders die Freundschaft zwischen Reagan und Dee, wie "Lilah" von ihren Freunden genannt wird, ist einfach unglaublich. Beide Mädchen für sich sind schon unglaubliche Persönlichkeiten, doch zusammen bilden sie die perfekte Einheit, und das, obwohl sie grundverschieden sind.
Reagan, die draufgängerische, kaltschnäuzige und unnahbare Diva, und Dee, die bodenständige, stets fröhliche und zuversichtliche Country-Sängerin. So zumindest die Fassade, denn hinter diesen Masken steckt so viel mehr. Auch Matt, der das Duo erweitert, fügt sich problemlos ein. Die Menge an Erfahrungen und daraus resultierenden Charakterzügen und Verhaltensweisen, die die Autorin ihren Figuren verliehen hat, ist schier unglaublich. Und dazu nicht nur bei den Protagonisten!
Auch die Nebenfiguren strahlen, so unbedeutend sie auch sein mögen, eine starke Persönlichkeit aus. Emery Lords Charaktere scheinen aus Fleisch und Blut zu sein, perfekt gebannt auf die Seiten dieses Buches.
Ich bin begeistert!


Für Dee ist ein großer Schritt in ihrer Karriere, bei dem sie ihre beste Freundin Reagan stets an ihrer Seite hat. Doch für Reagan ist es so viel mehr. Nachdem sie ihrem Leben eine neue Wendung verpasst hat, braucht sie dringend eine Auszeit, um den Kopf frei zu bekommen, und endlich die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Aber was als wunderschöner Sommer unter Freundinnen beginnt, droht leider bald den Bach runter zu gehen.
Ein Foto verursacht einen regelrechten Skandal. Um Dees Image zu retten muss ganz schnell eine Romanze unter Promis her. Da bietet sich der schnuckelig Matt Finch perfekt an! Doch der vedreht nicht dem Country-Star den Kopf. Sondern der Kratzbürste Reagan höchstpersönlich.
Genau das kann diese jedoch gar nicht gebrauchen, ist doch ihr Vertrauen aufs Höchste verletzt worden und nach wie vor zerbrechlich wie Glas. Doch die Funken lassen sich nicht leugnen, und auch Matt schleppt so manche Last mit sich herum...
In dieser Geschichte steckt so viel, dass es geradezu unglaublich ist, dass all diese Gefühle und Geschichten auf knapp 400 Seiten passen sollen. Schon im ersten Kapitel wird klar, dass man etwas ganz Besonderes vor sich hat. Und dabei entfaltet sich die Story in ihrem ganzen Ausmaß erst mit der Zeit! Die Autorin erschafft hier eine komplette Welt, die sich doch eigentlich nur auf Tourbusse, Hotelzimmer und Backstagebereiche beschränkt. Es lässt sich nicht in Worte fassen.
Fakt ist aber, dass man hier eine Geschichte vor sich hat, die mal nicht einfach nur belehrend, gewollt dramatisch oder übertrieben ist. Es ist eine Geschichte, so real, greifbar und schlicht, dass sie gerade dadurch umso packender und ergreifender wird.

Ohne Frage trägt auch der sagenhafte Schreibstil einen wesentlichen Teil zu der Begeisterung bei. Bildhaft und gefühlvoll, dennoch auf eine eigene Art schlicht und sanft. Eine perfekte Mischung, so ganz ohne übertrieben zu wirken, wie auch der Rest des Buches. Genial.



4,7 Punkte

Emery LordEmery Lord ist Mitte 20 und schreibt Geschichten über die High School, beste Freunde/innen, schräge Familien und die wunderbare, verwirrende und einzigartige Kraft der Liebe. Emery Lord lebt in Cincinnati. "Open Road Summer" ist ihr erstes Jugendbuch.

Donnerstag, 6. Februar 2014

[Rezension] Vulkanjäger

http://www.beltz.de/fileadmin/beltz/productsfine/9783407811592.jpgTitel: Vulkanjäger
Originaltitel: /
Autor/in: Katja Brandis
Reihe: /
Preis: 16,95€
Seiten: 365
Verlag: Beltz & Gelberg
Erscheinungdatum: 10. Februar 2014
ISBN-13: 978-3407811592
Leseprobe
Ein atemberaubender Roman über den schmalen Grat zwischen Mut und Besessenheit, Liebe und Selbstaufgabe. Eine Reise zu den Vulkanen der Welt! Als Jan von seinem Vater, dem berühmten Dokumentarfilmer und Vulkanologen, eingeladen wird, freut er sich auf Abenteuer und Exotik. Mit der Besessenheit seines Vaters hat er nicht gerechnet. Auf der Jagd nach spektakulären Ausbrüchen begibt der sich regelmäßig in Lebensgefahr. Erst ein Abstecher nach Neapel zum schlafenden Vesuv verspricht ruhige Tage – und Jan begegnet der wunderbaren Giulia, die ihn in ihren Bann zieht. Dass der Vesuv einer der gefährlichsten Vulkane der Welt ist, wird Jan erst klar, als Beben die Stadt erschüttern. Steht eine Katastrophe bevor? Jan würde am liebsten abhauen, doch wie könnte er Giulia zurücklassen? Und seinen Vater, der um jeden Preis bleiben will? Plötzlich steht Jan vor der gefährlichsten Entscheidung seines Lebens …


 

Nachdem mich "Ruf der Tiefe" und "Schatten des Dschungels" von Anfang bis Ende gefesselt haben, ging ich voller Erwartungen an "Vulkanjäger" heran, das anders als die anderen beiden Bücher allerdings nur von Katja Brandis alleine verfasst wurde.
Meine Erwartungen wurden leider nicht ganz erfüllt, das Buch reicht lange nicht an die beiden Bände heran, die die Autorin gemeinsam mit Hans-Peter Ziemek verfasst hat.
Dennoch ein Buch, das ein eher ungewöhnliches Thema anspricht und viele interessante Einblicke in die Welt der Vulkanjäger bietet.


Das Cover passt natürlich perfekt zum Thema, wenn es mir auch optisch nicht wirklich zusagt. Trotzdem eine klare und deutliche Aussage über den Inhalt des Buches, wie auch der Titel selbst.

Die Charaktere sind für mich die große Schwachstelle des Buches gewesen. Zwar sind sie durchaus interessant und vielfältig, ein wirkliches Eigenleben entwickeln sie allerdings nicht. Sie bleiben durch die Reihe sehr flach und fungieren eben nur als schlichte Figuren, um die Geschichte umzusetzen.
Hauptperson ist der 16jährige Jan, der bei seiner Mutter aufgewachsen ist und viel auf sich allein gestellt klarkommen musste. Anders als seine Freunde, übernimmt er Zuhause großteils den Haushalt und kümmert sich um alles mögliche.
Seinen Vater sieht er sehr selten, doch André ist für ihn trotzdem, oder gerade deshalb, ein großes und bewundernswertes Vorbild. Auf seiner Reise bemerkt Jan allerdings, dass das schillernde Bild, das er von seinem Vater hatte, nicht wirklich der Realität entspricht.
André ist leichtsinnig und vollkommen besessen von seiner Arbeit, sodass er oft alles andere außer Acht lässt, auch die Sicherheit seines eigenen Sohnes.
Auch Giulia nimmt eine wichtige Rolle ein. Die kleine Italienerin hat es Jan vom ersten Augenblick an angetan und sie lässt ihn nicht mehr los. Giulia ist sehr selbstbewusst, eigensinnig und hat ein feuriges Temperament. Eine sehr reizvolle junge Frau für den bisher recht unerfahrenen Jan.
Einige weitere Figuren sind ebenfalls mit von der Partie, bleiben aber kaum in Erinnerung.
Sie verfügen allesamt über einige Eigenschaften, die ihnen ihren Platz in der Geschichte zuweisen, aber es fehlt doch deutlich an Tiefe, sodass sie sehr schnell wieder in Vergessenheit geraten.
 
Nachdem Jan seinen Vater lange nicht gesehen hat, taucht er plötzlich bei ihm Zuhause auf. Mit einem tollen Angebot: Jan darf André bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Dokumentarfilm begleiten!
Für Jan steht außer Frage, dass er seinen Vater begleiten wird, auch wenn es ihm eher darum geht, Zeit mit ihm zu verbringen, als wirklich um die Vulkane, die André erforschen will.
Ihre Reise führt sie zunächst nach Neapel, wo Jan auf Giulia trifft, die ihn sofort in ihren Bann zieht. Der Abschied fällt entsprechend schwer, doch die beiden bleiben in Kontakt, auch als Jan und sein Vater längst auf Hawaii sind.
Dort beginnen sie mit den eigentlich Dreharbeiten und André zeigt Jan so einige eindrucksvolle Stellen. Doch er geht auch enorme Risiken ein und setzt Jan einer Gefahr nach der anderen aus. Jan zweifelt immer mehr an an der Zurechnungsfähigkeit seines Vaters, doch jedes Mal, wenn er ihn darauf anspricht, weicht er aus.
Die Reise führt zu verschiedenen weiteres Vulkanen und immer wieder setzt André nicht nur sein eigenes Leben aufs Spiel. Als Jan wirklich beinahe getötet wird, verspricht André jedoch die weiteren Dreharbeiten auf ruhende Vulkane zu beschränken.
Wie Jan es sich erhofft hat, führt die Reise zurück nach Italien und somit zurück zu Giulia, in die er sich langsam verliebt. Doch dort lauert eine ungeahnte Gefahr, denn der Vesuv ist nicht so still und ungefährlich, wie es scheint... Eine wahre Katastrophe bahnt sich an.
Die Geschichte selbst ist wirklich gut gelungen. Das Buch ist zwar nicht als reine Unterhaltung zu empfehlen, aber für diejenigen, die beim Lesen auch noch etwas lernen wollen, bestens geeignet.
Man erfährt unheimlich viel über Vulkane, die Arbeit als Vulkanforscher, die Risiken und auch die Faszination. Die eigentliche Handlung war dabei eher Nebensache und konnte daher auch nicht wirklich berühren. Fesseln ohne Frage, aber die emotionale Nähe zu der Geschichte blieb etwas auf der Strecke.
Lediglich die letzten paar Kapitel sind dann wirklich auf die Geschichte selbst konzentriert und rauben einem fast den Atem.
Zwar verhält es sich bei "Ruf der Tiefe" und "Schatten des Dschungels" ähnlich, aber bei "Vulkanjäger" war es dann doch noch etwas ausgeprägter.
Meine Erwartungen wurden daher nicht ganz erfüllt, aber das Buch ist trotzdem eine sehr interessante Lektüre und auf keinen Fall Zeitverschwendung.


Der Schreibstil ist recht schlicht und sachlich gehalten, passend zum sehr informativen Inhalt. Charaktere und Story bleiben so zwar etwas auf der Strecke, aber die vielen neuen Erkenntnisse über Vulkane und alles was dazu gehört werden einfach und verständlich erklärt und können dadurch umso mehr begeistern.

3,2 Punkte


Katja Brandis, geb. 1970, ist seit vielen Jahren begeisterte Taucherin. In den Meeren dieser Welt hat sie unvergessliche Begegnungen mit Haien, Rochen und Delfinen erlebt. An Land arbeitet sie als freie Autorin und hat bereits zahlreiche Abenteuer- und Fantasyromane für Jugendliche veröffentlicht. Sie lebt mit Mann und Sohn in der Nähe von München.