Titel: Die Prophezeiung der SeraphimOriginaltitel: /
Autor/in: Mascha Vassena
Reihe: #1
Preis: 14,99€
Seiten: 416
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungdatum: 1. Oktober 2012
ISBN 3453267494
Wertung:
Leseprobe
Ihr fünfzehnter Geburtstag sollte eigentlich der schönste Tag ihres
Lebens werden, doch dann steht Julie Lagardes Welt plötzlich kopf. Das
temperamentvolle Mädchen erfährt, dass sie von Pflegeeltern großgezogen
wurde, dass sie einen Zwillingsbruder namens Ruben hat und dass ihr
leiblicher Vater kein gewöhnlicher Mensch ist, sondern ein gefallener
Engel, der noch dazu ihre Mutter gefangen hält. Und Cal, der als Berater
des Königs über großen Einfluss verfügt, setzt alles daran, Julie und
Ruben in seine Gewalt zu bringen. Nur mit ihrer Hilfe kann er laut einer
Prophezeiung zu wahrer Macht über die Menschen gelangen. Ebenso sind
die Zwillinge die Einzigen, die seinen Untergang herbeiführen könnten.
Als die Krieger Cals Julie aufspüren, flieht sie zusammen mit Ruben,
ihrem besten Freund Fédéric und dem arroganten, aber gut aussehenden
Grafensohn Nicolas aus Paris. Julie ist entschlossen, Cal aufzuhalten
und ihre Mutter zu befreien. Ihr Weg führt nach Mont-Saint-Michel, dem
Ort, an dem sich Cal verborgen hält. Doch ihre Reise birgt zahlreiche
Gefahren. Und mehr als einmal muss Julie sich fragen, ob sie ihren
Freunden wirklich vertrauen kann? Und für wen ihr Herz schlägt – für
Fédéric oder Nicolas?
Das Cover ist sehr ansprechend, schlicht und doch interessant. Wie Tinte in Wasser, bilden sich verschiedene Details heraus. Mir gefällts!
Julie ist ein 15-jähriges Mädchen, dessen Leben sich von heute auf morgen komplett ändert. An ihrem 15. Geburtstag entdeckt sie ihre magischen Fähigkeiten, erfährt, dass sie ein Seraphim ist, einen Zwillingsbruder hat und ihr Vater der Erzengel Cal ist, den sie töten muss. Das alles steckt sie überraschend schnell weg und stellt sich ihrer Aufgabe. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit sind einerseits bewundernswert, andererseits aber auch unglaubwürdig. Sie stellt kaum Fragen, was ihre Identität angeht und auch die schrecklichsten Ereignisse verarbeitet sie im Handumdrehen.
Ihr Bruder Ruben ist wohl einer der nervigsten Charaktere überhaupt. Sein unüberlegtes Handeln und sein ständiger Drang, im Mittelpunkt zu stehen und der Nabel der Welt zu sein, machen ihn für mich zu einer extrem unsympathischen und lästigen Figur. Seine Leichtsinnigkeit lies mich immer wieder genervt seufzen und ich hätte ihn nur zu gerne in den Hintern getreten.
Das übernehmen zum Glück Nicolas und Fédéric, die Julie und Ruben auf der Flucht begleiten. Untereinander können diese Beiden sich jedoch nicht ausstehen, denn beide haben ein Auge auf Julie geworfen. Nicolas ist (laut Fédéric) ein arroganter Schnösel (womit er ehrlich gesagt recht hat) und Fédéric ist Julies bester Freund und (laut Nicolas) ein ungehobelter Bauerntrampel. Ich persönlich mag beide gerne, besonders, wenn sie sich wieder einmal in der Wolle haben.
Das i-Tüpfelchen ist für mich die Katze Songe, die immer an Julies Seite ist. Sie ist eine Wächterkatze und kann mit Julie kommunizieren und hat auch sonst allerhand Tricks auf Lager.
Besonders gut gelungen sind die Bösewichte und die zahlreichen Nebenfiguren, die mich sogar einen Tick mehr überzeugen konnten, als die Protagonisten.
Als die Magie der beiden erwacht, dauert es nicht lange, bis die Häscher ihres Vaters ihnen auf den Fersen sind. Eine aufregende Flucht aus Paris beginnt und Julie setzt sich in den Kopf, gemeinsam mit ihrem Bruder und ihren Freunden, die Pläne ihres Vaters zu durchkreuzen.
Die Geschichte braucht eine Weile um in Schwung zu kommen. Danach geht es steil bergauf und die Story fesselt immer mehr. Trotzdem ist das ganze Buch über leider nicht der Funke übergesprungen. Es hat mir sehr gut gefallen, aber das gewisse Etwas fehlt.
Gut gefällt mir besonders, dass die Dreiecksgeschichte zwar präsent ist, aber nicht im Mittelpunkt steht. Es geht wirklich hauptsächlich um die Flucht aus Paris und den anschließenden Kampf gegen Cal und seine Anhänger. Dabei nimmt die Geschichte zahlreiche ungeahnte Wendungen und die actionreichen Szenen häufen sich immer mehr, bis das Buch mit einem wirklich gut gelungenen Showdown endet.
3,7 Punkte
| © Claudia Lommel |







