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Sonntag, 26. Oktober 2014

[Rezension] Marmorkuss

http://www.script5.de/_cover_media/titel/648h/7211.jpgTitel: Marmorkuss
Originaltitel: /
Autor/in:
Jennifer Benkau
Reihe: /
Preis: 18,95€
Seiten: 432
Verlag: script5
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2014
ISBN-13: 978-3839001660
Leseprobe
Jarno, ein rastloser Underdog, küsst ein Dornröschen aus dem letzten Jahrhundert wach – und wird mit ihr in einen Strudel aus Liebe und Gefahr gezogen. Ein berührender Roman mit zwei Liebenden aus verschiedenen Zeiten, meisterhaft erzählt. Er war ihr in einer alten, mit Rosen überwucherten Villa begegnet – der geheimnisvollen Figur aus weißem Marmor. Und Jarno hatte sich tatsächlich beim Fotografieren der steinernen Schönheit ein bisschen in sie verliebt. Wie verwirrt ist er nun, als nach seinem schüchternen Kuss eine lebendige junge Frau vor ihm steht, die weder elektrisches Licht noch zerrissene Jeans kennt und offenbar hundert Jahre geschlafen hat. Es beginnt eine märchenhafte Liebesgeschichte und gleichzeitig ein Spiel auf Leben und Tod. Denn Jarno ist kein Prinz – im wirklichen Leben steckt er tief in einem Sumpf aus Verbrechen ... In ihrem unvergleichlichen Stil, poetisch und rau zugleich, verwebt Jennifer Benkau, u. a. Autorin von „Himmelsfern", „Dark Canopy" und „Dark Destiny", romantische Fantasy mit einer toughen Thrillerhandlung und erschafft mit dem emanzipierten Dornröschen und ihrem strauchelnden Prinzen ein überaus authentisches Liebespaar.


 
Wer Jennifer Benkau kennt, weiß wie wundervoll sie schreiben kann. Ihr neuer Roman "Marmorkuss" bildet hier keine Ausnahme. Erneut fesselt sie die Leser mit ihren sagenhaften Worten an ihre Geschichte, die mitreißend, gefühlvoll, spannend und vor allem eines ist: Durch und durch magisch.

Schlicht, schön, kalt.
Perfekt auf den Inhalt abgestimmt, außergewöhnlich und wunderschön. Dieses Cover kann sich sehen lassen! Auch die Innengestaltung ist ganz auf das Dornröschen-Motto abgestimmt und fügt sich schön in das Gesamtbild. Der Titel ist ohne Frage perfekt gewählt und ausdrucksstark.

Jennifer Benkau kreiert einzigartige Figuren, ganz ohne Klischees, langweilige Superkräfte und allerwelts-Merkmalen im Stile von "unauffälliges Mädchen ist jedermanns Traumfrau", oder "geheimnisvoller Macho, der sich als Traumprinz entpuppt".
Was sie hier ihren Lesern vorsetzt, ist vor allem eines. Schlicht, einfach, wirkungsvoll. Charaktere, wie man sie an jeder Straßenecke antreffen kann, vielschichtig, glaubhaft, und einfach lebendig. Ihre Figuren sind besonders, das kann man nicht leugnen, aber eben auf ganz natürliche Art. So hat sie in "Marmorkuss" den jungen Mann Jarno zu ihrer Hauptfigur erwählt. Ein Junge aus schwierigen Verhältnissen. Trinkender Vater, drei jüngere Geschwister, nie genug Geld. Sein Traum: Fotograf zu werden.
Sein Herz steckt in seiner Kamera, dem einzig Wertvollen, was er besitzt. Wie viel Herzblut er in diese Leidenschaft steckt, wie viel das Fotografieren ihm bedeutet, all das vermittelt die Autorin so lebhaft, dass man fast selbst versucht ist, zur Kamera zu greifen und durch die Stadt zu streifen.
Jarno gegenüber steht Klara, die anfängliche Statue, die man aber auch hautnah in ihrer eigentlich Zeit erleben darf. Hier lernt man sie als emanzipierte junge Frau mit hohen Zielen kennen. Intelligent, wortgewandt, zielstrebig. Versetzt in die Gegenwart trifft Klara natürlich der Schlag, alles ist so anders, so neu, so gewöhnungsbedürftig. Glaubhafter hätte Jennifer Benkau die Situation des Mädchens nicht beschreiben können. Ich bin hellauf begeistert!
Auch die Gefühle zwischen Jarno und Klara entwickeln sich wie eine zarte Pflanze. Der Samen wird zwar schon beim allerersten Kuss gesät, der eigentlich eher zufällig geschieht, doch die weitere Entwicklung ist so schön, so zerbrechlich und emotional, dass es einem schier den Atem verschlägt.
Hinzu kommen wundervolle Nebenfiguren, die viel mehr sind, als nur schmückendes Beiwerk. Egal wie sehr am Rande der eigentlichen Geschichte sie stehen, die Autorin vernachlässigt niemanden, stattet sie alle mit der gleichen Tiefe und Glaubhaftigkeit aus, wie auch ihre Hauptfiguren.


Jarnos Leidenschaft gehört dem Fotografieren. An seiner Kamera hängt sein Herz, wie an sonst nichts, er liebt es, durch die Stadt zu streifen, und einzigartige Momente festzuhalten. Nichts wünscht er sich mehr, als hiermit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch rosig sieht das Ganze leider nicht aus. Jarnos Familie hat wenig Geld, er wohnt längst nicht mehr Zuhause, sondern teilt sich eine WG mit der Politikstudentin Seval, auf die er zugegebenermaßen einmal ein Auge geworfen hat. Er hält sich mit Jobs als Pizzalieferant über Wasser, stets mit dem einen Ziel vor Augen: Irgendwann wirklich Fotograf werden zu können.
Bei einem Wettbewerb wittert er seine große Change: "Sehnsucht nach Wärme" lautet das Motto und Jarno macht sich auf die Jagd, nach dem perfekten Motiv. In einer alten verlassenen Villa scheint er es zu finden. Eine Marmorstatue, die ihn auf magische Weise anzieht. Fast lebendig wirkt sie auf Jarno, der vollkommen gefesselt von ihr ist. Doch bevor er das eine perfekte Foto schießen kann, macht ihm das Schicksal einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.
Ungewollt wird er in krumme Machenschaften mit hineingezogen, die ihn letztendlich nicht nur seine Kamera kosten, sondern auch seine Familie und Freunde in Gefahr bringen. Verzweifelt versucht Jarno mit einer kleinen Digitalkamera das entscheidende Foto zu machen, doch es will einfach nicht gelingen. Zugedröhnt und verzweifelt zerrt er die Statue ins Licht. Doch sie kippt und trifft direkt auf Jarnos Lippen. Was danach geschieht stellt Jarno vor ein großes Rätsel. Die Statue ist verschwunden, stattdessen ist Klara da, die exakt so aussieht wie die marmorne Schönheit. Was ist passiert? Woher kommt Klara? Und wer ist die Zauberin Elise, von der sie ständig redet? Kann Jarno sich aus dem Strudel der Gefahr befreien?
Handlung über Handlung, Spannung, Romantik, Action, Leidenschaft, Emotionen, in "Marmorkuss" erhält man die volle Ladung.
Bis es allerdings so richtig losgeht, vergeht einige Zeit. Während der ersten Hälfte des Buches wird kontinuierlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und hergesprungen, bis die beiden Geschichten schließlich aufeinandertreffen. Bis zu diesem Punkt plätschert die Geschichte leider vor sich hin, kommt nicht wirklich in Fahrt, doch dann, mit diesem einen Kuss, wird alles anders. Eine wunderschöne Geschichte, die es in sich hat, die verzaubert, und ganz ohne Klischees und aufgesetztes Happy End begeistert.
Nach "Himmelsfern" erneut ein wundervoller Roman der Autorin, der mir trotz anfänglicher Längen, schöne Lesestunden bereitet hat.

Nach "Himmelsfern" war es um mich geschehen. Jennifer Benkaus Stil gehört zu den wohl schönsten, die mir je begegnet sind. Ihre emotionale Wortwahl, ihre bildhafte Art zu schreiben, ihr Geschick, die Gefühle direkt dem Leser ins Herz zu pflanzen, sind schlichtweg unglaublich.



4,3 Punkte

Jennifer Benkau
script5 © Fabian Stürtz
Jennifer Benkau lebt mit ihrem Mann, vier Kindern und zwei Hunden inmitten lauter Musik und vieler Bücher im Rheinland. Nachdem sie in ihrer Kindheit Geschichten in eine Schreibmaschine gehämmert hatte, verfiel sie pünktlich zum Erwachsenwerden in einen literarischen Dornröschenschlaf, aus dem sie zehn Jahre später, an einem verregneten Dezembermorgen, von ihrer ersten Romanidee stürmisch wachgeküsst wurde. Von dem Moment an gab es kein Halten mehr.

Sonntag, 2. Dezember 2012

[Rezension] Frostzauber - Magische Liebesgeschichten

Titel: Frostzauber
Originaltitel: /
Autor/in: Tanja Heitmann HG
Reihe: Magische Liebesgeschichten #2
Preis: 8,99€ 
Seiten: 192
Verlag: rororo
Erscheinungdatum: 1. Dezember 2012
ISBN 3499216647
Wertung: 3,1/5
Tanja Heitmann, Antonia Michaelis, Gesa Schwartz und andere Autorinnen verzaubern und verführen mit magischen Liebesgeschichten! Eine Nymphe, die in einem zugefrorenen Fluss auf den Liebsten wartet, der sie befreit; ein junger Mann ohne Gestern und Morgen, der nur durch die Tränen einer Liebenden in der Silvesternacht von seinem tragischen Schicksal erlöst werden kann; eine Elfe, zart und zerbrechlich, die die Kraft der Ewigkeit in sich trägt – diese und viele weitere Geschichten laden ein zu einer spannenden Reise voll großer Gefühle!




 




"Frostzauber" behandelt 6 Kurzgeschichten von verschiedenen Autorinnen.
Natürlich haben mir manche Geschichten besser gefallen als andere, im Großen und Ganzen war das Buch aber recht gut. Die "großen Gefühle" die angepriesen werden, bleiben aber leider aus. Nur eine der sechs Geschichten hat mich wirklich gerührt, die anderen waren zwar schön zu lesen, aber bleiben nicht lange im Gedächtnis.

Das Cover passt perfekt zum Winter und der frostigen Stimmung, die in den Geschichten herrscht. Mit gefällt es sehr gut, besonders der Farbverlauf der Schrift.
Unter dem Frosthauch, Tanja Heitmann
Der Junge Mato zieht zu seinen Großeltern in den Wald, da er den Leistungsdruck der Privatschule und die hohen Erwartungen seines Vaters nicht mehr ertragen kann. Schon als er klein war, wurden ihm die Geschichten über das Frostmädchen erzählt, das unter dem Eis lauert. Mato hielt diese Geschichten für Märchen, bis er der geheimnisvollen Leira selbst begegnet.
Fazit: Sehr schön geschrieben, anfangs sehr interessant, aber das Ende kommt sehr plötzlich und war für mich nicht wirklich zufriedenstellend.

Cirque Indigo, Lilach Mer
Marja ist ein Flüchtling aus Russland und verbringt Silvester in Paris. Sie hat ihre beste Freundin und auch alles andere, was ihr etwas bedeutet hat verloren. Sie sieht keinen Sinn mehr in ihrem Leben und ist kurz davor, Selbstmord zu begehen. Doch dann wird ihr eine Einladung zu einer Zirkusvorstellung überreicht. Der Zirkus ist voller Magie und nichts ist, wie es scheint.
Fazit: Diese Geschichte hat mir am wenigsten gefallen. Die Story war merkwürdig, aber auch vorhersehbar. Die Emotionen konnten mich überhaupt nicht erreichen.

Die gefrorene Zeit, Mechthild Gläser
Aus der langjährigen Freundschaft von Hanna und Tom ist nun endlich mehr geworden. Vollkommen vernarrt ineinander treffen die beiden sich und schweben auf Wolke sieben. Doch Tom ist nicht wie andere Menschen... Er verändert sich nicht, denn er stammt aus einer anderen Zeit. Ohne Vergangenheit und Zukunft steckt er in der Gegenwart fest und sieht keinen Ausweg mehr.
Fazit: Super! Mit Abstand die beste Geschichte, die von Beginn an berührt und fesselt und mich zu Tränen gerührt hat.

Jenseits des Lichts, Gesa Schwartz
Thordis hat sich schon immer von der Finsternis angezogen gefühlt. Eines nachts macht sie einen Spaziergang durch den Wald, wo sie auf einen geheimnisvollen Jungen trifft, der von einem Raben schwer verwundet wird. Etwas dunkles geht von ihm aus, doch Thordis spürt eine starke Verbindung zu ihm.
Fazit: Eine eher schwächere Geschichte, die am Anfang sehr vielversprechend ist und deren Ende wirklich schön ist, allerdings hat der Mittelteil mich eher gelangweilt und teilweise auch verwirrt.

Preußischblau, Antonia Michaelis
Zurückgezogen und einsam lebt ein junger Mann abgeschottet von der Außenwelt in einem kleinen Haus im Nichts. Er verdient sein Geld mit dem Erfinden von Spielen und ist eigentlich zufrieden mit seinem Leben. Nur eines fehlt ihm: Jemand, mit dem er sein Leben teilen kann.
Als er im Winter eine Sternschnuppe erblickt, hat er nur einen Wunsch: Geliebt zu werden. Dann steht plötzlich ein Mädchen mit preußischblauen Augen vor seiner Tür...
Fazit: Die Geschichte erschien mir anfangs sehr merkwürdig, die Auflösung hat meine Meinung aber komplett geändert. Zwar bleibt die Geschichte merkwürdig, aber sie ist auch sehr schön und wirklich berührend.

Das Lied des Eiswolfs, Jennifer Benkau
Alle Bewohner des Tales haben eine besondere Gabe: Sie können das Eis wirken. Nur eine nicht: Lesla. Deswegen ist sie oft neidisch auf ihre äußerst begabten Schwestern und hält sich selbst für wertlos.
Als sie auf den attraktiven Fynn trifft läuft zunächst alles super, doch bald wird Lesla von dem Gedanken verfolgt, nicht gut genug zu sein, schließlich ist sie nicht normal.
Dann taucht auch noch ein Eiswolf auf, der versucht, Lesla zu töten. Doch wer hat ihn gewirkt? Und warum?
Fazit: Die Aussage der Geschichte hat mir gut gefallen, allerdings konnte ich mit Lesla wirklich gar nichts anfangen, da ihre Gedanken und Gefühle für mich vollkommen unverständlich blieben.



3,1 Punkte

Tanja Heitmann
© Stefan Kröger
Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren, studierte Politikwissenschaften und Germanistik und arbeitet in einer Literaturagentur. Sie lebt mit ihrer Familie auf dem Land.