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Samstag, 12. November 2016

[Rezension] Battle Island - Peter Freund

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Freund_PBattle_Island_161121.jpg




Als Louisa die Castings für die brandneue TV-Show »Battle Island« erfolgreich besteht, glaubt sie sich ihrem Ziel ein Stück näher: Mit dem Preisgeld die Therapie ihrer Mutter bezahlen und sie so vor dem sicheren Tod retten. Millionen von Zuschauern werden ihre Suche nach einem Schatz verfolgen, der auf einer von der Außenwelt abgeschnittenen Insel im Atlantik versteckt ist. Doch auch die anderen Kandidaten wollen an das Geld – dazu ist ihnen jedes Mittel recht, und so wird aus der Unterhaltungsshow bitterer Ernst ...

Es gibt ja bekanntlich für alles ein erstes Mal...
Und ich habe hiermit offiziell ein Buch abgebrochen. Sorry, aber "Battle Island" ist in meinen Augen wirklich Bullshit von vorne bis hinten. Eine vielversprechende Mischung aus Dschungelcamp und Hungerspiele, ganz im Stil von "Die Schatzinsel" und "Robinson Crusoe". Potenzial für jede Menge Nervenkitzel, Action und gruselige Schauder, aber was bitte bekommt man hier aufgetischt? Pubertäre Teenager, die sich von morgens bis abends nur beleidigen, Dialoge, die klingen, als würde man gerade ein Conny-in-der-Gosse-Buch lesen und "Battles", die schwer an eine Mischung aus Kindergeburtstag und Mathenachhilfe erinnern.
Als wäre das noch nicht genug strotzt die Geschichte geradezu von ach so geheimen Geheimnissen, die sich dem Leser schon nach einem Satz erschließen, Klischees, die mit leuchtender Blinkschrift fröhlich über die Seiten hüpfen und "Steck ne Banane in dein Ohr" singen, um noch mehr zu nerven und eine Lovestory, die so ziemlich das widerlich kitschigste und lächerlichste ist, das mir je über den Weg gelaufen ist (und dabei sind die beiden 80% der Zeit nicht einmal zusammen!)
Urgs, das war wohl nichts. Ein absoluter Reinfall. Auch wenn es mir unheimlich leid tut, kein gutes Wort über dieses Buch sagen zu können. Mir hat es wirklich absolut überhaupt nicht gefallen. Null. Nada. Niente. Daumen runter.

Ihr wollt trotzdem reinlesen? Bei Random House findet ihr die Leseprobe zum Reinschnuppern.

Montag, 27. Juli 2015

[Rezension] Schau mir in die Augen, Audrey

http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Kinsella_SSchau_mir_in_die_Augen_158946.jpgTitel: Schau mir in die Augen, Audrey
Originaltitel: Finding Audrey
Autor/in:
Sophie Kinsella
Reihe: /
Preis: 14,99€
Seiten: 384
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 20. Juli 2015
ISBN-13: 978-3570171486
Eine zauberhafte funkensprühende Familiengeschichte

Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, ein bisschen schluffiger Teddybär. Doch damit nicht genug – Audrey schleppt noch ein weiteres Päckchen mit sich herum: Nämlich ihre Sonnenbrille, hinter der sie sich wegen einer Angststörung versteckt. Bloß niemandem in die Augen schauen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres großen Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, was viel mehr ist, als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ...






Ernstes Thema in humorvoller Verpackung, gefüllt mit traumhaften Charakteren und garniert mit jeder Menge Charme. Ein wahres Highlight!
Audrey leidet nach einem Vorfall an ihrer alten Schule an einer Angststörung und versteckt sich rund um die Uhr hinter ihrer Sonnenbrille. Nach einigen Wochen in der Klinik ist sie zwar wieder Zuhause und macht große Fortschritte, aber allein der Gedanke, das Haus zu verlassen und mit Menschen außerhalb ihrer Familie in Kontakt zu treten ist ihr ein Graus.
Doch die Gesellschaft ihrer Lieben ist ihr wahrlich mehr als genug, denn ihre Mutter, die immer wieder neue Ticks entwickelt, je nachdem was ihre Lieblingszeitschrift gerade für Ratschläge ausspuckt, sieht momentan ihren Sohn Frank als schwer computersüchtig an.
Ihre panischen Versuche, die Sucht ihres armen Sohnes zu unterbinden, fliegt schließlich sogar der Computer aus dem Fenster. Audreys Familie ist also alles andere als eine normale Vorzeigeversion und somit optimal geeignet für Audreys nächsten Schritt der Besserung: Einen Dokumentarfilm.
Ihre Therapeutin rät ihr, das Leben ihrer Familie aufzunehmen und im Zuge dessen Interviews mit ihnen zu führen, sodass sie zumindest durch die Kamera Blickkontakt aufnimmt. Und dann… Tja, dann kommt Linus ins Spiel. Franks Kumpel, der durch Zufall über die panische Audrey stolpert und von da an alles daran setzt, das Mädchen aus ihrem Schneckenhaus zu locken.
Eine unheimlich schöne Geschichte, die zwar ein sehr ernstes Thema behandelt, aber auf eine so lustige und frische Art umgesetzt, dass sie alles andere als drückend oder deprimierend wirkt. Die Dialoge sind einfach zum Brüllen und die Charaktere sorgen für jede Menge Lacher. Man kann gar nicht anders, als dieses Buch von vorne bis hinten zu genießen.
Von der ersten Seite an ist man mitten drin im Geschehen und fühlt sich, als wäre man schon immer ein Teil dieser wahrlich chaotischen Familie. Genau so soll es sein! Nach nur wenigen Stunden merkt man allerdings, dass man bereits das Ende dieses genialen Buches erreicht hat und kann sich kaum davon trennen. So ging es zumindest mir.
Während dieser paar Kapitel schließt man alle so ins Herz, fiebert so mit ihnen mit, dass man gar nichts anderes mehr mitbekommt. Die Story ist vollkommen fesselnd und wirkt absolut realistisch, so durchgeknallt manche Szene auch scheinen mag.
Für mich ein absolutes Highlight, das in jeder Hinsicht überzeugt und eine wunderbare Filmvorlage abgeben würde. Ich wäre definitiv die erste im Kino ;)


© privat
Sophie Kinsella ist Schriftstellerin und ehemalige Wirtschaftsjournalistin. Ihre Schnäppchenjägerin-Romane um die liebenswerte Chaotin Rebecca Bloomwood werden von einem Millionenpublikum verschlungen. Die Verfilmung ihres Bestsellers »Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin« wurde zum internationalen Kinohit. Sophie Kinsella eroberte die Bestsellerlisten aber auch mit Romanen wie »Göttin in Gummistiefeln«, »Kennen wir uns nicht?«, »Kein Kuss unter dieser Nummer« oder mit ihren unter dem Namen Madeleine Wickham verfassten Romanen im Sturm. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in London.

Montag, 13. Juli 2015

[Rezension] L.A. Lovestory

http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/McDonald_ALA_Lovestory_152412.jpgTitel: L.A. Lovestory
Originaltitel: Jane Austen goes to Hollywood
Autor/in:
Abby McDonald
Reihe: /
Preis: 8,99€
Seiten: 284
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 13. Juli 2015
ISBN-13: 978-3570402832
Zwei Schwestern in Hollywood – Sonne, Träume, neue Liebe

Als Hallies und Grace' Vater stirbt, verlieren die Schwestern buchstäblich alles. Das Erbe geht in Ermangelung eines letzten Willens an die Stiefmutter, und die Töchter müssen ihr Heim in San Francisco verlassen, um zu einem entfernten Onkel nach L.A. zu ziehen. Während die temperamentvolle, leidenschaftliche Hallie sich trotz ihrer prekären Situation sofort in das glitzernde Leben von Beverly Hillls und eine romantische Liebe mit einem Musiker stürzt, versucht die stille, vernünftige Grace ihr Leben auf die Reihe zu bekommen – und nicht zu viel an den Jungen zu denken, den sie in San Francisco zurücklassen musste …





Jede Menge Glamour, Party, Stars und Sternchen und hollywoodreife Liebesgeschichten. Ein funkelndes neues Leben, in das die beiden Schwestern Grace und Hallie hineingeworfen werden, nachdem ihr Vater überraschend an einem Herzinfarkt verstirbt.
Ohne seine Unterstützung können sie sich das Haus in San Francisco nicht mehr leisten, und so ziehen sie, gemeinsam mit Mutter Valerie, überraschend zu einem Verwandten nach Beverly Hills, der bereit ist, sie bei sich aufzunehmen.
Während Hallie von dieser Veränderung geradezu begeistert ist und sich mit Feuereifer in das Ankurbeln ihrer Schauspielkarriere und einer stürmischen Liebe mit einem Musiker stürzt, ist für Grace der Umzug nicht ganz so rosig. Ihre Beziehung war gerade erst im Anfangsstadium und scheint nun in weite Ferne zu rücken und im Gegensatz zu ihrer Schwester, fällt es ihr alles andere als leicht, neuen Anschluss zu finden.
Ihr Leben in der High Society Welt ist geprägt von jeder Menge Achterbahnfahrten, gebrochenen Herzen, verletzten Gefühlen, der ernüchternden Erkenntnis, dass das Leben dort leider wirklich so oberflächlich und berechnend ist, wie es den Anschein hat.
Doch am Ende ist das doch immer so im Leben. Es geht auf und ab, doch letztendlich geht es nur darum, dass man seinen Weg geht. Und das tun die beiden.
Grace und Hallie könnten unterschiedlicher wirklich nicht sein. Grace, die stille und vernünftige, die alles wichtige in die Hand nimmt und versucht, stets  einen kühlen Kopf zu bewahren und Hallie, die etwas hysterische große Schwester, die aus allem gerne ein leidenschaftliches Drama macht.
So wirklich sympathisch wird allerdings keine der beiden, da ihre Charakterzüge doch etwas extrem und einseitig sind. Während Grace um ehrlich zu sein ziemlich langweilig ist, geht einem Hallie leider öfters ganz schön auf die Nerven mit ihrem Selbstmitleid und Egoismus. Was das angeht bin ich selbst auch kein Vorzeigeexemplar, aber so extreme Züge, wie das in diesem Fall annimmt, scheint nahezu unmöglich.
Die Nebenfiguren sind ebenfalls herrlich klischeebeladen, wobei das in ihrem Fall weniger stört. Bei ihnen wirkt es völlig locker, lustig, man nimmt sie hin wie sie sind, als wären sie frisch einer Reality Show entsprungen.
Die Story selbst ist wie bereits erwähnt, geprägt von vielen Berg- und Talfahrten, was aber auch das Einzige bleibt, was annähernd realistisch wirkt. Viele Aspekte der Story bieten tolle Ansätze, die meiner Meinung nach wesentlich glaubhafter hätten umgesetzt werden können, aber so dann doch eher den Eindruck einer mittelmäßigen Soap hinterlassen.
Alles in allem ein nettes Buch, mit vielen Vorzügen, aber auch so manchem Kritikpunkt, weswegen es leider in die Kategorie „Mittelmaß“ wandert.



Abby McDonald, geboren 1986, hat in Oxford ihr Examen in Politik, Philosophie und Volkswirtschaft abgelegt. Nach dem Studium arbeitete sie als Musikjournalistin und hat Künstler wie LeAnn Rimes und Marilyn Manson interviewt. Seit 2009 ist sie freie Autorin und hat mit »Plötzlich Liebe« ein erfolgreiches Jugendbuch-Debüt abgeliefert.

Sonntag, 3. August 2014

[Kinderbuch] Herr Tiger wird wild

Titel: Herr Tiger wird wild
Originaltitel: Mr. Tiger Goes Wild
Autor/in: Peter Brown
Preis: 13,99€
Seiten: 48
Verlag: cbj
Erscheinungdatum: 28. Juli 2014
ISBN-13:  978-3-570-15908-8


Herr Tiger lebt angepasst in einer eintönigen Stadt mit eintönigen, engstirnigen, braven „Mitmenschen“. Alle Bewohner passen sich den auferlegten Regeln und Normen an, ohne diese zu hinterfragen. Bis auf Herr Tiger… Herr Tiger möchte sich nicht länger den vorgegebenen, langweiligen Regeln unterwerfen und beschließt: er wird wild!


 
„Herr Tiger wird wild“ ist ein durch und durch gelungenes Kinderbuch mit viel pädagogischem Gehalt und einer großen Bandbreite an Verwendungsmöglichkeiten im Hinblick auf das Alter der Kinder, sowie viele verschiedene Themenbereiche.  
Es setzt sich mit der Kollision der individuellen Entfaltung bzw. der eigenen Werte und Normen mit den gesellschaftlichen Konventionen auseinander. Es zeigt, dass andere Vorstellungen vom Leben und mutige Ideen zum Umdenken der Mitmenschen führen können. Es zeigt aber auch, dass im Endeffekt Kompromisse eingegangen werden müssen, damit jeder glücklich werden kann.

Bildnerische Gestaltung
Beim ersten Griff zum Buch wird klar, dass die bildnerische Gestaltung für die Untermalung des Inhalts der Geschichte eine bedeutende Rolle spielt, denn schon der Einband greift die Kernaussage des Buches auf und verdeutlicht, dass bei genauerem Hinsehen mehr hinter den Dingen stecken kann, als man auf den ersten Blick vermutet.
Dies setzt sich im Buch weiter fort. Die Illustrationen sind konsequent in 2D gehalten, alle Konturen hart abgegrenzt und gerade Linien überwiegen. Farben, Formen und Darstellung unterstreichen die Gefühlswelt der anthropomorphen Protagonisten.
Die städtische Lebenswelt ist eintönig dargestellt, dunkle Farben überwiegen. Nur Herr Tiger ist orange und geht, wie die Kinder, mit offenen Augen durch die Welt. Auch die Kleidung entspricht den alten Konventionen. Männer tragen Anzug, Zylinder und Fliege, Frauen Kleider, Röcke und Hut.  
Kontrastreich ist hingegen die Welt des Dschungels, in dem Herr Tiger seine Freiheit zu finden glaubt. Dort ist alles bunt, frische Farben überwiegen.

Sprachliche Gestaltung
Der Text ist in das Bild eingearbeitet. Die Geschichte zeichnet sich durch wenige, kurze aber prägnante Sätze aus. Schnörkel und blumige Formulierungen fehlen. Sätze verteilen sich über mehrere Seiten, was Raum für Fantasie und Spekulationen gibt. 
Bedeutenden Aussagen, die eine Wendung der Geschichte nach sich ziehen, werden durch Wortwiederholungen Nachdruck verliehen. Die Schlüsselszenen der Geschichte haben keinen Text, nur das Bild spricht für sich. 

Pädagogischer Gehalt
Die Geschichte von Herrn Tiger eignet sich wunderbar für die Arbeit mit Kindern ab 3 Jahre. Die Möglichkeiten in denen das Buch für die pädagogische Arbeit eingesetzt werden kann lässt sich super den verschiedenen Alters- und Entwicklungsstufen der Kinder anpassen. Zudem kann das Buch wunderbar zur Sprachförderung im Alltag aber auch für gezielte Fördereinheiten genutzt werden.
Auf Grund der Verteilung eines Satzes über mehrere Seiten regt die Geschichte außerdem sehr gut  die Fantasie der Kinder an.
Weitere mögliche Themenbereiche, für die das Buch eingesetzt werden kann sind meiner Meinung nach:
- Ich- Entwicklung
- Die Rolle in der Gesellschaft
- Werte und Normen
- Mut
- Neugier


  

5 Punkte