Posts mit dem Label Piper werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Piper werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 10. April 2017

Der Prinz der Elfen & Paper Princess

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Black_HDer_Prinz_der_Elfen_176189.jpg




Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen …

Ein magisches Setting, ein sagenumwobener Glassarg mitten im Walt und einzigartige Charaktere. Leider gepaart mit einer eher schwachen Story, die zunehmend an Fahrt verliert und durch manche Formulierungen eher für hochgerollte Zehennägel, als für spannende Lesestunden sorgt.
Fairfold war noch nie normal. Es ist sogar alles andere als normal. Es liegt am Rand zur Elfenwelt und die scheuen nicht davor zurück, hin und wieder über die Grenze zu schlüpfen.
Schon als kleine Kinder haben Ben und Hazel Jagd auf die unheimlichen Wesen gemacht. Besonders Hazel ist mit dieser Aufgabe aufgeblüht und hat so manches Ungeheuer aus dem Weg geräumt. Doch der Umgang mit den Elfen birgt so manche Gefahr, die Hazel in ihrem jungen Alter vollkommen unterschätzt hat.
Als Fairfold vom Monster des Waldes heimgesucht wird, fühlt Hazel sich verpflichtet, ihre Stadt, und damit alle, die sie liebt, zu retten. Doch was hat der beste Freund ihres Bruders damit zu tun? Und warum ist der Elfenprinz plötzlich aus seinem Glassarg verschwunden?
Ein interessanter Plot, von dem ich mir deutlich mehr erhofft hatte. Allerdings ist das Buch recht kindlich und wohl eher für jüngere Leser geeignet (die allerdings, was Blut angeht, hart im Nehmen sein sollten!). Mich konnte die Story leider nicht vom Hocker reißen und ich muss gestehen: Wenn ich noch gefühlte 5000 Mal öfter hätte "Sir Hazel" lesen müssen, wäre das Buch in eine Ecke geflogen.


Da unten wirds eventuell nicht ganz jugendfrei. Hat ja seine Gründe, warum das Prinzlein über der Prinzessin platziert wurde.



https://www.piper.de/uploads/import/produkte/produkt-13541.jpg
Ellas Leben war bisher alles andere als leicht, und als ihre Mutter stirbt, muss sie sich auch noch ganz alleine durchschlagen. Bis ein Fremder auftaucht und behauptet, ihr Vormund zu sein: der Milliardär Callum Royal. Aus ihrem ärmlichen Leben kommt Ella in eine Welt voller Luxus. Doch bald merkt sie, dass mit dieser Familie etwas nicht stimmt. Callums fünf Söhne – einer schöner als der andere – verheimlichen etwas und behandeln Ella wie einen Eindringling. Und ausgerechnet der attraktivste von allen, Reed Royal, ist besonders gemein zu ihr. Trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen, denn es knistert gewaltig zwischen ihnen. Und Ella ist klar: Wenn sie ihre Zeit bei den Royals überleben will, muss sie ihre eigenen Regeln aufstellen …


Na, was haben wir denn da? Mal wieder ein Hype, den ich absolut nicht nachvollziehen kann? Yup. Genau das.
Zugegeben, ich habe dem Buch wirklich krampfhaft eine Chance gegeben und die ersten 6 Stunden tapfer angehört (ich habe die Hörbuch-Ausgabe), auch wenn ich in der Story noch nicht so recht einen Sinn erkennen konnte. Ich meine hey, das kann ja noch werden, so bei der Hälfte. Ich bin schließlich ein positiver Mensch.
Aber dann. Ohja, dann kommt der möchtegern-erotische Teil. Und bei der Szene, wo der ach so heiße Royal Ella anbietet, ihr Sexsklave zu sein, sich aus seinen Klamotten schält und mit gewissen Körperteilen wedelt und Ella daraufhin total begeistert vor sich hin stolpert... Ja, da war es bei mir dann vorbei. Ich wusste nur nicht, ob ich lachen (weil schlichtweg lächerlich), oder weinen (weil schlichtweg lächerlich) sollte. Ich habe ja schon so manche grausame erotische Szene über mich ergehen lassen. Aber das war wirklich. Einfach. Nur. Schlecht. Man soll ja nicht böse sein... Aber ich stelle mir doch die Frage, was die Autorin da a) für komische Fantasien hat und b) für ein trauriges Sexleben.

Sonntag, 26. März 2017

[Rezension] Caraval - Stephanie Garber


https://www.piper.de/uploads/import/produkte/produkt-12760.jpg

Scarlett Dragna fürchtet sich vor ihrem Vater, dem grausamen Governor der Insel Trisda. Sie träumt davon, ihrem Dasein zu entfliehen und Caraval zu besuchen, wo ein verzaubertes Spiel stattfindet. Doch ihr Wunsch erscheint unerreichbar – bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zu Caraval ermöglichen. Aber ist Caraval wirklich das, was Scarlett sich erhofft hat? Sobald das Spiel beginnt, kommen Scarlett Zweifel. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte und verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt ...

Lust auf eine Mischung aus "Das Kabinett des Doktor Parnassus" mit einem Schuss "Alice im Wunderland"? Dann nichts wie ab nach Caraval!
Die Geschichte ist deutlich düsterer als man anhand des Klappentextes erwarten würde. Und um ein Vielfaches spannender! Alle Spieler werden deutlich gewarnt: Lasst euch nicht zu weit davontragen. Denn Caraval vermischt Magie mit der Wirklichkeit und niemand weiß: was ist echt? Wer spielt nur eine Rolle? Ist das Spiel realer, als einem lieb ist? Und eines kann ich euch versprechen: Auch als Leser hat man keinen blassen Schimmer. Wir begleiten Scarlett auf ihrem Abenteuer. Hoffen und bangen mit ihr und sind der Verzweiflung ebenso nahe, wie sie selbst. Begründet? Welches Spiel spielt Legend, der Gründer von Caraval? Bis zum Ende wissen wir es nicht. Und selbst dann lichten sich die Geheimnisse nicht völlig.
Ich bin absolut von den Socken, wie gekonnt die Autorin ihre Leser an der Nase herumführt. Man ist Protagonistin Scarlett nie auch nur einen winzigen Schritt voraus.
Zum Glück ist nicht nur der Handlungsverlauf restlos genial, auch die Figuren sind unheimlich interessant und nur schwer zu durchschauen. Dennoch wachsen sie einem ans Herz, obwohl sie so schwer zu fassen sind. Teilweise wirkt es extrem überzogen. Ob kitschig oder zu einseitig böse.. Aber auch hier stellt sich erneut die Frage: Was davon ist echt und was nur gespielt?
Hinzu kommt das durch und durch zauberhafte Setting, das durch die vielen liebevollen Details zum Spielplatz der Fantasie wird. Ein super Buch in jeder Hinsicht, dass nur durch einige wenige zähe Kapitel ein wenig die Begeisterung trübt. Trotzdem eine klare Empfehlung meinerseits und ich hoffe, wir werden uns nicht lange mit diesem Ende begnügen müssen!

Neugierig geworden? Bei Piper findet ihr alle weiteren Infos zu dem Buch. Oder auch direkt hier bestellbar ;)

Sonntag, 23. Oktober 2016

Bluescreen, Dan Wells

https://www.piper.de/uploads/import/produkte/produkt-10628.jpg

Nach den Bestsellern um den Serienkiller John Cleaver führt Dan Wells in eine Zukunft, die erschreckend schnell Realität werden kann: Los Angeles im Jahr 2050 ist eine Stadt, in der du tun und lassen kannst, was du willst – solange du vernetzt bist. Durch das Djinni, ein Implantat direkt in deinem Kopf, bist du 24 Stunden am Tag online. Für die Menschen ist das wie Sauerstoff zum Leben – auch für die junge Marisa. Sie wohnt im Stadtteil Mirador, doch ihre wirkliche Welt ist das Netz. Und sie findet heraus, dass darin ein dunkler Feind lauert. Als sie an die virtuelle Droge Bluescreen gerät, die Jugendlichen einen sicheren Rausch verspricht, stößt Marisa auf eine Verschwörung, die größer ist, als sie je ahnen könnte ...

Dass in Dan Wells ein kleiner Wissenschaftler steckt, hat er ja schon bei seiner "Partials"-Trilogie ausreichend bewiesen. Aber was er hier liefert ist der absolute Wahnsinn!
Eine so reale und durchdachte Zukunftsversion kommt einem selten unter die Finger. Eine wahre Zeitmaschine aus Papier und Tinte!
Zwar muss ich sagen, dass ich erst nach den ersten paar Kapiteln wirklich den recht schweren Einstieg in "Bluescreen" bewältigt habe, aber ab dann gibt es kein Halten mehr. Und die lange Einstiegsphase tut dem Buch absolut keinen Abbruch. Im Gegenteil: Ich finde es bewundernswert, wie detailliert und gekonnt Dan Wells seine Leser zunächst mit der Welt vertraut macht, ganz ohne einfach die Tatsachen über die Lebensumstände herunterzubeten. Er wirft seine Leser einfach direkt nach Los Angeles im Jahr 2050 und erschafft Satz für Satz sein ganz eigenes Universum. Das aber durchaus zur Realtiät werden kann. Immer wieder stellt man sich die Frage: Wie weit sind wir auf dem Weg dorthin? Werden unsere Kinder oder Enkel vielleicht schon mittendrin stecken in dieser Welt voller Gefahren, die wir uns gar nicht vorstellen können? In wie weit wird die Technologie unser Leben bestimmen und welche Auswirkungen wird es auf die Realität, wie wir sie kennen haben?
Dan Wells hat sich all diese Fragen gestellt und noch unzählige andere. Wie auch schon in "Partials" ist deutlich zu merken, dass der Herr seine Recherche sehr ernst nimmt. Genau dafür liebe ich diesen Autor so. Er bastelt nicht einfach ein paar Puzzlestücke zusammen, die ihm eben gerade gefallen. Er hangelt sich so an der Realität und den tatsächlichen Möglichkeiten entlang, dass seine Welt ganz von allein zum Leben erwacht.
Mit seinen bunt gemischten und vielfältigen Charakteren verleiht er dem Buch sowohl freche, romantische und witzige, als auch heimtückische und berechnende Züge. Er fährt die ganze Bandbreite an menschlichen Möglichkeiten auf und kreiert die "Bluescreen" die absolute Gefahr aus dem Netz.
Marisa ist eine ungefragte Meisterin im Hacken und wahrlich ein kleines Genie. Sie hantiert mit Codes und Daten wie andere mit Nagellack und Wimperntusche und webt so geschickt ihre Fäden im Netz von Los Angeles. Als sie auf die Droge Bluescreen stößt dauert es somit nicht lange, bis sie und ihre Freunde erkennen, dass sie auf eine tickende Zeitbombe getroffen sind. Die Sache ist größer, als alles, was sie sich je vorgestellt hätten und wächst ihnen zunehmend über den Kopf. Marisa sticht mit ihren Nachforschungen in ein Wespennest, dass sie besser unberührt gelassen hätte. Denn die Drahtzieher hinter Bluescreen kennen keine Gnade und scheuen vor nichts zurück. Aber wer steckt dahinter? Wem kann sie noch vertrauen? Und wie soll ein einfaches 17-jähriges Mädchen eine ganze Welt retten?
Ein Roman, so spannend wie genial und ein wahnsinniger Auftakt zur neuen Mirador- Reihe. Band 2! Bitte!

Vielen Dank an
Piper

Ihr wollt euch auch ein Exemplar sichern? Dann geht es hier entlang. 

Mittwoch, 29. April 2015

[Rezension] Rendezvous zu dritt

http://www.piper.de/fileadmin/import/produkte/produkt-10573.jpgTitel: Rendezvous zu dritt
Originaltitel: Lip Service
Autor/in:
Sarah Harvey
Reihe: /
Preis: 9,99€
Seiten: 352
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 16. Februar 2015
ISBN-13:978-3492306041
Leseprobe
Jude und Lucy sind beste Freundinnen. Sie teilen alles miteinander: ihre Wohnung, Freud und Leid, jedes Geheimnis. Doch eines Tages verlangt Lucy von Jude einen Freundschaftsdienst der besonderen Art: Jude soll an ihrer Stelle zu einem Blind Date gehen, das ihre Mutter für sie arrangiert hat. Jude willigt ein, und die Täuschung gelingt. Doch damit fangen die Probleme erst an - denn Jude ist auf dem besten Wege, sich in einen Mann zu verlieben, der sie für ihre beste Freundin hält ...




 
"Rendezvous zu dritt" ruft wirklich Aggressionen hervor. Wie kann man nur so viele Probleme verursachen wie Jude und Lucy? Trotz dauerhafter Aufreger, oder gerade deswegen, ist das Buch ein absoluter Pageturner und unterhält von Anfang bis Ende.
Lucys Mutter lässt ihre Tochter nicht in Ruhe, bis diese einem Date mit ihrem Wunschschwiegersohn Haydn zustimmt. Dem nervigen Albtraum ihrer Kindheit. Auf keinen Fall will Lucy auch nur in seine Nähe kommen und so überredet sie ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Jude, an ihrer Stelle zu dem verhassten Date zu gehen.
Jude lässt sich weichklopfen, verwandelt sich in die perfekte Doppelgängerin von Lucy und macht sich auf den Weg, um den ach-so-schrecklichen Haydn zu treffen. Und sich so schrecklich zu verhalten, dass Haydn schleunigst verschwindet und Lucys Mutter endlich von ihren Plänen ablässt. Leider ist Haydn alles andere als unsympathisch und der Abend endet bei ihm zu Hause.
Jude findet Gefallen an dem jungen Mann, doch aus Angst vor seiner Reaktion, verpasst sie eine Gelegenheit nach der anderen, um die Situation aufzuklären. Da ist das Drama natürlich vorprogrammiert...
Auch mit dem zweiten Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, kann sie durchweg überzeugen. Die Charaktere sind wie gewohnt ein bunter Haufen aus allerlei Schubladen zusammengewürfelt und bilden ein unterhaltsames Gesamtangebot. Der Schreibstil strotzt nur so vor Humor, jedoch ganz ohne aufgesetzt oder allzu gewollt zu wirken. Und auch der Verlauf der Story könnte nicht besser sein. Obwohl ein Happy End vorprogrammiert ist, knabbert man doch bis zum Schluss an den Nägeln, denn der Weg dorthin ist alles andere als einfach...Weitere Bücher von Sarah Harvey werden auf jeden Fall folgen!




4,6 Punkte

Sarah Harvey
© Eckhard Waasmann
Sarah Harvey, geboren 1969, lebte viele Jahre in einem alten Herrensitz in Cornwall. Vor Kurzem ist sie wieder zurück in ihre Heimat Northhampton gezogen, wo sie heute gemeinsam mit ihren Hunden in einem Cottage wohnt.

Sonntag, 12. April 2015

[Rezension] Mandeljahre

MandeljahreTitel: Mandeljahre
Originaltitel: /
Autor/in:
Katrin Tempel
Reihe: /
Preis: 9,99€
Seiten: 448
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 16. Februar 2015
ISBN-13: 978-3492304979
Leseprobe
Dort, wo die Mandelbäume blühen ... Als Katharina die Jugendstilvilla ihrer Familie an der pfälzischen Weinstraße entrümpelt, findet sie Fotoalben und Erinnerungsstücke ihrer Urgroßmutter Marie. Die lebenslustige Ehefrau eines gnadenlosen Großunternehmers erlebte den Aufstieg und Fall einer deutschen Kaffeeröster-Dynastie in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts – und sie verheimlichte ihre wahren Gefühle für den Mann, den sie nicht lieben durfte.


 
"Mandeljahre" hat meine Erwartungen mehr als übertroffen. Die Geschichte findet fast komplett in der Vergangenheit statt, lediglich Prolog und Epilog spielen in der Gegenwart. So erfährt man Maries Geschichte nicht nur bruchstückhaft in Tagebucheinträgen oder ähnlichem, sondern kann sie hautnah miterleben. Und diese Geschichte hat es in sich...

Ein perfektes Frühlings-Cover, das Handlung und Titel perfekt abrundet. Schrift und Farbkombi sind perfekt gewählt, Kapitellänge und Schriftgröße sind ebenfalls sehr angenehm.

Hauptfigur Marie lernt man bereits im Alter von 19 Jahren kennen, als sie mit ihrem Bruder Otto nach Bad Dürkheim reist, um dort die Frau von Carl Hauer zu werden, der ihre Familie vor dem Ruin retten soll. Zu Gehorsam erzogen nimmt Marie ihre Rolle ohne zu Murren an, doch schnell wird klar, dass die junge Frau eigentlich wesentlich mehr im Kopf hat, als nur eine brave stille Hausfrau zu sein.
Marie beugt sich trotzdem stets ihrem Mann und den Bedürfnissen ihrer Familie, steckt selbst immer wieder zurück, um zu tun, was für alle das Beste ist. Mit ihrer klugen Art und ihrer Sanftheit wächst einem Marie schnell ans Herz und man wünscht ihr mehr als alles andere, dass sie irgendwie ausbrechen kann. Doch man kann auch vollkommen nachvollziehen, warum sie es nicht tut.
Ihr Mann Carl hingegen ruft schon von Anfang an Ablehnung hervor, während der Mann im Mandelhain, Jacob, auch den Leser sofort fasziniert. Trotzdem sind die Charaktere keineswegs schwarz/weiß. Sie alle haben auch ihre Vorzüge, sowie die ein oder andere Macke, sodass sie alle sehr authentisch und glaubhaft wirken.
Maries Gedanken und Gefühle lassen sich ohne Probleme nachvollziehen und auch ihr Verhältnis zu ihren Mitmenschen ist stets einleuchtend und gut ausgearbeitet.


Die ehemals wohlhabende Familie von Rabenhorst steht kurz vor dem Ruin. Um ihren Wohlstand wiederzuerlangen, soll die 19jährige Marie den erfolgreichen Geschäftsman und Freund ihres Bruders, Carl Hauer, heiraten.
Entschlossen reist Marie nach Bad Dürkheim, wo sie ihre Rolle gewissenhaft erfüllt und schon bald Carls Braut wird. Für ihre Familie bringt diese Heirat die Rückkehr zu ihrem luxuriösen Leben mit sich, doch für Marie bedeutet sie ein großes Opfer, denn sie ist alles andere als glücklich mit ihrem jähzornigen Mann.
Als sie im Mandelhain auf den gutaussehenden Jacob trifft, stellt er ihre ganze Welt auf den Kopf. Sie verliebt sich in den jungen Mann, doch die Verpflichtungen ihrer Familie und ihrem kleinen Sohn gegenüber lassen es nicht zu, dass Marie ihre Liebe ausleben darf.
Über Jahre hinweg verbirgt Marie ihr Verhältnis mit dem Juden, doch ganz von ihm fernhalten konnte sie sich nie. Zwei Weltkriege erschüttern Deutschland, während denen Jacob erst schwer verletzt und später aufs Brutalste verfolgt wird. Ein Happy End scheint unmöglich, doch Marie gibt ihre Liebe nie auf.
Auch wenn die Geschichte letztendlich ganz anders war, als ich es erwartet habe, hat sie mir ausgesprochen gut gefallen. Sogar noch mehr, als erhofft!
Normalerweise mache ich einen großen Bogen um alles, was während der Kriegszeit spielt, doch "Mandeljahre" hat mich einfach nicht mehr losgelassen. In nur wenigen Stunden habe ich Maries Geschichte verschlungen, stets in der Hoffnung, dass zwischen ihr und Jacob letztendlich doch noch alles gut wird.
Es wird keine Sekunde langweilig, auch dadurch, dass häufig mehrere Jahre übersprungen werden, und man direkt von Schlüsselszene zu Schlüsselszene springt. Hier ist kein noch so kleiner überflüssiger Satz zu finden. Man saugt die Worte geradezu gierig in sich auf.

Der Erzählstil der Autorin hat mir unheimlich zugesagt. Ich liebe es, wenn man vollkommen in einer Geschichte versinkt und alles um sich herum vergisst. Das wird garantiert nicht mein letztes Buch von ihr sein!



4,5 Punkte

Katrin Tempel
© Picture Alliance/ Katrin Tempel
Katrin Tempel wurde in Düsseldorf geboren und wuchs in München auf. Nach ihrem Geschichtsstudium arbeitete sie als Journalistin, heute ist sie Chefredakteurin der Zeitschrift »LandIdee«. Außerdem schreibt sie Drehbücher (unter anderem den historischen ZDF-Zweiteiler »Dr. Hope«) und Romane

Mittwoch, 23. Juli 2014

[Rezension] Das Jade-Medaillon

http://www.piper.de/fileadmin/import/produkte/produkt-9913.jpgTitel: Das Jade-Medaillon
Originaltitel: /
Autor/in: Victoria Lundt
Reihe: Sequel
Preis: 9,99€
Seiten: 480
Verlag: Piper
Erscheinungdatum: 14. Juli 2014
ISBN-13: 978-3492304757
Leseprobe
Kiautschou, 1914: Die Auswanderin Helene hat ein gebrochenes Herz: Zwar hat sie mit Erich den Mann ihrer Träume geheiratet, doch Erich nahm sie nur zur Frau, weil er ihre Schwester Amelie, die er über alles liebte, nicht bekommen konnte. Fernab von Erich findet Helene nun beim Chinesischen Roten Kreuz einen neuen Lebenssinn – wozu der attraktive Chinese Kang, den sie verletzt vor dem Krankenhaus aufliest, einiges beiträgt. Doch dann taucht Erich auf, und Helene muss sich entscheiden, welchen Weg sie einschlägt …


"Das Jade-Medaillon" erzählt die Geschichte von Helene, der Schwester von Amelie Kindler, der Protagonistin aus "Der Kuss der Schmetterlinge". Man muss das Buch allerdings nicht zwangsläufig kennen.
Im Vergleich jedoch wartet "Das Jade-Medaillon" mit stärkeren Figuren auf, die Geschichte hingegen verläuft etwas schleppend und eintönig.

Erneut ein wunderschönes Cover mit chinesischem Flair, stimmigen Farben und nicht zu überladen. Lesern von "Der Kuss der Schmetterlinge" dürfte das Medaillon bekannt sein, doch auch wenn nicht, wird seine tragende Rolle schnell klar.

Helene war stets die schüchternere und stillere der beiden Schwestern, weshalb ich ihrer Geschichte gespannt, aber auch skeptisch gegenüber stand. Schnell wird jedoch klar, dass das Jahr, das inzwischen vergangen ist, deutliche Spuren hinterlassen hat.
Man wird die ein oder andere Ähnlichkeit zu Amelie feststellen, aber auch die "alte" Helene ist noch deutlich zu erkennen. Man hat hier eine starke, junge Frau vor sich, eine Kämpfernatur, eine loyale und aufopferungsvolle Krankenschwester mit großem Herz.
Auch hier gilt jedoch das Gleiche, wie im anderen Buch der Autorin. Es fehlt noch das i-Tüpfelchen, um Helene als Hauptfigur wirklich herausstechen zu lassen. Nichts desto trotz ist sie eine angenehme Erzählerin und auch Erich kann überzeugen. Ihn kennen manche ebenfalls schon und er wirkt in diesem Buch noch ein wenig authentischer und lebendiger, wenn er auch nicht eine so große Entwicklung durchgemacht hat, wie Helene.
Die neuen Figuren überwiegen natürlich und diese sind wirklich gut gelungen. Helenes Fels in der Brandung ist ohne Frage der Arzt Doktor Ehrmann, der stets mit Rat und Tat zur Stelle steht und eine sehr beruhigende Ausstrahlung hat.
Auch der Chinese Kang, der Helenes Herz und Verstand aufmischt, kann großteils überzeugen, weist allerdings die ein oder andere Unstimmigkeit auf, und hat bei mir durchgehend mein Misstrauen erweckt.
Hinzu kommen noch so manche Nebenfigur, die in angenehmen Maß ausgearbeitet sind und nicht zu blass daher kommen.


Die Geschichte in "Der Kuss der Schmetterlinge" war sehr abwechslungsreich, spannungsgeladen und ein stetes Auf und Ab. Im Gegensatz dazu bleibt die Spannung in "Das Jade-Medaillon" eher konstant, hebt sich ab und an ein wenig, aber klingt auch bald wieder ab. Die Story wirkt hier oft etwas eintönig und schleppend, die Kulisse ändert sich eher selten, die Ereignisse drehen sich im Kreis, sind ein ständiger Wechsel zwischen Aufbruch, Flucht, Gefangennahme...
Den Mittelpunkt der Geschichte teilen sich die Liebesgeschichte und die Story rund um den Krieg der Warlords in China. Keiner der Handlungsstränge nimmt Überhand, die Mischung ist perfekt ausgeglichen und angenehm. Mir fehlt lediglich das ein oder andere Highlight in der Geschichte, ein paar Herzklopf-Momente, da rückblickend eigentlich nicht unbedingt viel passiert. Zumindest nichts Abwechslungsreiches.
Es beginnt mit Helenes Arbeit im Krankenhaus, bis Kang dazu kommt, und das entsprechende Gefühlschaos auslöst. Dann wird Kang durch Erich abgelöst, das Spiel beginnt von vorn. Notgedrungen muss die Krankenstation dann evakuiert werden, es folgen beschwerliche Reisen. Überfälle, Kämpfe, Gewalt etc etc.
Das soll jetzt nicht zu negativ klingen, das Ganze konnte mich durchaus unterhalten und hat mir auch gefallen, aber es fehlt ein wenig an Abwechslung und noch mehr Kribbeln.
Rücklicke und Bezüge zu "Der Kuss der Schmetterlinge" sind teilweise natürlich vorhanden, aber nur sehr selten und nicht essentiell für das Verständnis der Handlung.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und eher schlicht, dem Zeitpunkt der Handlung angepasst. Das Setting ist hervorragend gelungen, auch die Figuren sind schön und liebevoll gezeichnet, die Dialoge unterhaltsam und nicht aufgesetzt.


3,4 Punkte


Victoria Lundt wurde in Schanghai als Tochter eines dänischen Diplomaten und einer deutschen Cellistin geboren. Von ihrem Vater erbte sie das Interesse für ferne Länder, von ihrer Mutter die künstlerische Ader. Erst mit ihren Eltern und später in ihrem Beruf als Journalistin und Auslandskorrespondentin hat sie viele Teile der Welt bereist, sich aber immer eine besondere Zuneigung zu ihrem Geburtsland China bewahrt. Wenn sie nicht auf Reisen ist, lebt sie mit ihrem Mann, einem Hund und drei Katzen auf einem ehemaligen Bauernhof an der Ostsee.

Montag, 6. Januar 2014

[Rezension] Spinnenkuss: Elemental Assassin 1

http://www.piper.de/fileadmin/import/produkte/produkt-8930.jpgTitel: Spinnenkuss
Originaltitel: Spider´s Bite
Autor/in: Jennifer Estep
Reihe: Elemental Assassin #1
Preis: 12,99€
Seiten: 448
Verlag: Piper Taschenbuch
Erscheinungdatum: 10. Dezember 2013
ISBN-13: 978-3492269407
Leseprobe
Jennifer Estep hat sich mit der Reihe »Mythos Academy« in die Herzen ihrer deutschen All-Age-Leserinnen geschrieben. Jetzt beginnt die von Fans sehnsüchtig erwartete Erwachsenen-Serie um die Antiheldin Gin Blanco: »Elemental Assassin«. Gin Blanco ist eine Auftragsmörderin, bekannt unter dem Namen »Die Spinne«. Geduldig liegt sie auf der Lauer, nähert sich ihren ahnungslosen Opfern und schlägt im richtigen Augenblick zu. Gnadenlos. Doch als sich ihr neuester Auftrag als Falle entpuppt, stürzt Gins Welt ins Chaos. Welcher ihrer unzähligen Feinde kennt ihre wahre Identität? Um ihren Gegner zu enttarnen, muss die Spinne ihr Netz verlassen und die Seite wechseln. Doch das Letzte, was man im Kampf gegen übermächtige Elementarmagie braucht, ist Ablenkung - besonders in Form des sexy Detectivs Donovan Caine ... Die New-York-Times-Bestsellerreihe endlich auf Deutsch!



Die neue Reihe der "Mythos Academy"- Autorin geht in eine völlig unbekannte Richtung!
Die Geschichte rund um die Auftragsmörderin Gin ist spannend, fesselnd und absolut heiß, aber manchmal hatte ich doch Schwierigkeiten, Gin die eiskalte Killerin abzukaufen.
Trotzdem ein gut gelungener Reihenauftakt, der zwar noch ausbaufähig ist, aber dennoch vielversprechend.

Und mal wieder ein Gesicht. Ja. Schön. Langweilig.
Warum man den Originaltitel "Spider´s Bite" in "SpinnenKUSS" übersetzen musste bleibt mir auch schleierhaft. Anspielung auf Frostkuss vielleicht?

Wie schon kurz angesprochen habe ich Gin nicht wirklich als Auftragsmörderin gesehen. Sie wirkt so lieb und herzlich und einfach gut, dass man immer wieder vergisst, dass sie selbst eigentlich auch die "Böse" ist.
Immer wieder wird man dann daran erinnert, indem beschrieben wird, wie eiskalt Gin handelt, wie sie ihr Herz verschließt und vollkommen rational denkt, aber trotzdem scheint sie immer wieder aus ihrer Rolle zu fallen.
Zudem erinnert sie wirklich sehr an Gwen aus der "Mythos Academy"-Reihe. Auch sie hat eine sehr sarkastische, grüblerische Art an sich. Noch ein wenig verruchten Glamour und boshafte Gedanken dazu und schon hat man Gin vor sich.
Das macht Gin zwar nicht zu einer schwachen Figur, aber ich hätte trotzdem gerne etwas neues gelesen.
Zum Trost beglückt die Autorin ihre Leser aber mit zwei Sahneschnittchen, dem Sohn von Gins Auftragsvermittler und Ersatzvater und natürlich den Kommissar. Beide absolut heiß, zum Anbeißen, (sehr unrealistisch unglaublich toll), aber wirklich super unterhaltsam!
Auch mit den Nebenfiguren landet Jennifer Estep wieder einen Volltreffer. Zwar bleiben manche interessante Figuren noch etwas blass, aber für einen Reihenauftakt sind sie absolut super!
 
Die Kurzbeschreibung fasst im Großen und Ganzen das Wichtigste zusammen.
Gin ist eine Auftragsmörderin. Sie soll einen Mord begehen, für den sie eine unglaubliche Summe kassieren würde. Doch Gin wird in eine Falle gelockt und hat keine Ahnung, aus welcher Richtung ihr Gefahr droht. Sie verstrickt sich in einen verworrenen Betrugsfall und nur ein Waffenstillstand mit dem Kommissar könnte sie der Aufklärung näher bringen. Doch dieser ist alles andere als begeistert von Gins Angebot, denn er hat geschworen sich an ihr zu rächen, denn eines ihrer Opfer war sein Arbeitskollege.
Ein großes Hin und Her beginnt, ein ständiger Wettlauf mit der Zeit, es gibt jede Menge Blut und Action und einen nervenaufreibenden Showdown.
Was jedoch nicht erwähnt wird, ist der Fantasy-Touch, der auch in dieser Reihe wieder zu finden ist. Der Titel "Elemenatl Assassin" gibt jedoch einen kleinen Hinweis darauf. In Gins Welt leben verschiedene Wesen, Vampire, Zwerge, Riesen und eben Elementare. Diese können verschiedene Elemente kontrollieren. Gin beispielsweise ist ein Steinelementar, hat aber auch eine gewisse Affinität zu Eis.
Diese Fantasy-Elemente bringen noch zusätzlich Schwung in die Story und peppen das Ganze ein wenig aus.
Das Buch ist interessant und originell, wer mal etwas Neues probieren will, könnte damit also durchaus richtig liegen.

Trotz der unterschiedlichen Zielgruppen ist die Wortwahl sehr ähnlich wie in "Mythos Academy". Dadurch kommt auch die große Ähnlichkeit zwischen Gin und Gwen, da sie sich fast identisch ausdrücken und beide sehr sarkastisch sind.
Nichts desto trotz ist das Buch gut und flüssig geschrieben.
Bei einigen Dingen hätte ich mir aber mehr Details gewünscht. Gerade im Hinblick auf die Elementare muss man sich viel selbst zusammenreimen und so ganz klar werden die verschiedenen Fähigkeiten und Möglichkeiten dennoch nicht. Aber im Laufe der Reihe bessert sich das garantiert, also kein großes Manko.

3,3 Punkte

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Bluff City, Tennessee. Bei Piper erschien bisher ihre All-Age-Serie um die »Mythos Academy« sowie die Urban-Fantasy-Reihe »Elemental Assassin«.