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Donnerstag, 23. August 2012

[Rezension] NIEundEWIG

https://www.morebooks.de/assets/product_images/9783596854/big/7610696/nieundewig.jpg?locale=deTitel: NIEundEWIG
Originaltitel: The Fox Inheritance
Autor/in: Mary E. Pearson
Reihe: #2
Preis: 15,99€ 
Seiten: 384
Verlag: Fischer Schatzinsel
Erscheinungdatum: 23. August 2012
ISBN 359685475X
Wertung: 2,3/5
Rezension: ZWEIundDIESELBE
Bis wann bist du ein Mensch?

Nach einem Autounfall ist Lockes Seele in einem Computer gefangen. 260 Jahre später schlägt er in einem künstlich rekonstruierten Körper die Augen auf – und sofort sind seine Gefühle für Jenna wieder da. Doch hat seine Seele wirklich unbeschadet überlebt? Und warum hat Jenna in all den Jahren nie versucht, ihn zu retten? Die Suche nach der Wahrheit wird für Locke zu einer lebensgefährlichen Reise.



"NIEundEWIG" ist leider sehr viel schwächer als "ZWEIundDIESELBE". Das Buch kann mit der Stimmung des ersten Bandes nicht mithalten. Der Versuch, einen sowohl aussagekräftigen als auch sehr spannenden Roman zu schreiben, ist meiner Meinung nach nicht gelungen. Stattdessen wirkt das Buch sehr eintönig und eindimensional.
Das Cover finde ich optisch sehr ansprechend. Es passt sehr schön zum Cover des ersten Bandes und unterstützt dessen Aussage. Die Schmetterlinge symbolisieren die neu gebildeten Körper aus Bio-Gel bzw BioPerfekt.
Im ersten Band waren die wenigen Charaktere sehr gut ausgearbeitet und überzeugend.
In diesem Buch hingegen sind die Figuren sehr oberflächlich und einseitig. Sie weisen nur wenige Charakterzüge auf und wirken dadurch nicht authentisch.
Die Hauptperson in diesem Band ist Locke, Jennas Freund, der auch beim Autounfall verunglückte. Er ist ein eher zurückhaltender Junge, der alles nimmt, wie es ist und sich sehr wenige Gedanken macht. Genau das hat mich an ihm sehr gestört. Er hinterfragt nichts, denkt nicht weiter und treibt die Handlung so überhaupt nicht voran. Er wird durch das Buch geschoben wie eine Schachfigur ohne eigenen Kopf.
Auch Kara spielt eine wichtige Rolle. Wie Locke wurde auch ihr Körper nach 260 Jahren mittels BioPerfekt wiederhergestellt. Anders als Locke hat Kara eine unbändige Wut auf Jenna, die offensichtlich keinen Finger gerührt hat, um ihren Freunden zu helfen. Sie ist berechnend und hat nur ein Ziel vor Augen, das sie um jeden Preis erreichen will: Rache.
Was mir sehr unrealistisch erscheint ist, dass Locke sich Kara gegenüber völlig naiv und blauäugig verhält. Auch nachdem er die letzten 260 Jahre nur mit Kara verbracht hat, scheint er nicht zu erkennen, welche Absichten sie hat. Und auch als er es endlich erkennt, registriert er das Ausmaß dessen nicht und macht sich nicht weiter Gedanken darüber.
Um einiges besser haben mir die Nebenfiguren gefallen, die etwas vielschichtiger waren als Kara und Locke. Was mich dabei am meisten überrascht hat, war dass Dot, ein "Bot", um einiges menschlicher wirkte als Kara. Sie ist für mich die beste Figur des Romans und hat etwas Schwung in die Geschichte gebracht.

 
Im ersten Band hat mich besonders die Atmosphäre und die Aussage der Geschichte beeindruckt. Wie lange ist man ein Mensch? Wie weit sollte man gehen, um eine Person zu retten? Dabei kam auch einiges an Spannung auf, sodass ich viel Spaß am Lesen hatte.
In diesem Buch steht die Aussage eher im Hintergrund und der Fokus wird auf die Spannung gerichtet. Locke und Kara wurden von Dr Gatsbro, einem Arzt und Wissenschaftler, "erschaffen". Er hält die beiden eingesperrt wie zwei Tiere und lässt sie nicht ihr eigenes Leben führen. Während Kara Pläne schmiedet, um auszubrechen, denkt Locke nicht weiter über seine Situation nach und scheint sich nicht daran zu stören.
Als er jedoch auch erkennt, dass Dr Gatsbro ihn nur ausnutzt, lässt er sich von Kara überzeugen zu fliehen.
Schnell kommt hier Spannung auf, denn es folgt eine nervenaufreibende Flucht. Diese ist zunächst interessant und fesselnd, wird aber nach einer Weile wirklich langweilig, da nicht groß etwas passiert.
Zur Hälfte bessert sich die Geschichte dann merklich. Locke und Kara wurden getrennt, machen sich aber beide auf den Weg zu ihrer alten Freundin Jenna.
Von da an findet die Story wieder zum Charme des Vorgängers zurück und konnte mich fesseln und begeistern. Das einzig negative war fortan Lockes unheimlich dummes Verhalten, da er immernoch die Augen vor der Realität verschließt.
Das Ende habe ich so nicht erwartet, es hat mich auch nicht wirklich überzeugt. Die ganze Story wird auf wenigen Seiten abgeschlossen, was sehr überstürzt wirkt. Dadurch entfaltet sich die Spannung nicht komplett und man fühlt sich durch die Kapitel gehetzt.

Den Schreibstil ist immer noch sehr schlicht und dennoch wirkungsvoll wie in Band 1.
Er scheint mir aber etwas holpriger geworden zu sein. Ich bin oft über die Wortwahl und den Satzbau gestolpert, was den Lesefluss etwas gestört hat. Dazu beigetragen haben auch die überraschenden Sichtwechsel, die nicht immer sofort zu erkennen waren.


2,3 Punkte
http://www.fischerverlage.de/media/fs/108/thumbnails/Pearson,Mary_P8-09.jpg.327645.jpgMary E. Pearson erblickt im August 1955 in Südkalifornien das Licht der Welt.
Sie studierte in San Diego und unterrichtet daraufhin viele Jahre, bevor sie sich entschließt zu Schreiben.
Inzwischen hat sie vier Jugendromane veröffentlicht. Ihr aktueller Roman erscheint im August 2012 unter dem deutschen Titel "Nieundewig".
Zu ihren Hobbies zählt sie selbst das Lesen, lange Spaziergänge, Ski fahren, Kochen und Reisen.
Sie ist verheiratet, hat zwei Tochter und lebt mit zwei Golden Retrievern zusammen.


Vielen Dank an den Fischerverlag für das Rezensionsexemplar

Samstag, 27. August 2011

[Rezension] ZweiundDieselbe

ZweiundDieselbe

Autor: Mary E. Pearson

Verlag: Fischer (12. Januar 2011)

Seiten: 333

Preis: 7,99€ (Broschiert)

ISBN 978-3596808601




Kurzbeschreibung
Ich bin alles, was möglich ist
Körperlich unversehrt, aber ohne Erinnerung erwacht Jenna aus dem Koma. Verzweifelt versucht sie herauszufinden, wer sie einmal war. Denn der Mensch, als den ihre Eltern sie beschreiben, bleibt ihr fremd. Die Wahrheit, der sie schließlich Stück für Stück auf die Spur kommt, ist ungeheuerlich: Jenna hatte einen furchtbaren Unfall und ihre Eltern haben alles medizinisch Mögliche getan, um sie am Leben zu erhalten. Doch ist sie wirklich noch dieselbe?

Quelle: amazon.de

ZweiundDieselbe ist ein richtig gutes Buch, das ich an nur einem Tag gelesen habe. Charaktere wie auch die Story sind sehr schön ausgearbeitet. Besonders die Welt, die die Autorin erschaffen hat, wirkt auf mich sehr realistisch und gut vorstellbar. Sie ist nicht so überzogen wie z.B. in "Die Rebellion der Maddie Freeman", sondern hat sich langsam zu dem entwickelt was sie ist.

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Cover
Vom Aussehen her gefällt mir das Cover ganz gut, es gibt aber schönere. Von der Aussage her, passt es aber perfekt zum Inhalt des Buches, was aber erst versteht, wenn man das Buch selbst gelesen hat.
Was mir besonders gut gefällt, ist, dass es nach außen hin leicht verschwommen ist, was meiner Meinung nach Jennas Zustand am Anfang und in der Mitte darstellen könnte.

Charaktere
Charaktere trifft man recht wenige an. Diese paar sind aber sehr gut und durchdacht ausgearbeitet. sie wirken sehr realistisch, nicht überzogen oder klischeehaft, sondern durchweg glaubwürdig.
Zu jedem Charakter kann man eine Beziehung aufbauen, und nach Beenden des Buches habe ich besonders die Hauptperson Jenna sehr in mein Herz geschlossen.

Handlung
Nach einem Autounfall liegt Jenna im Sterben. Die Eltern der 17-jährigen versuchen alles, um sie zu retten. Dafür verstoßen sie sogar gegen das Gesetz, und Jenna muss sich von da an versteckt halten.
Als sie aus dem Koma erwacht, hat sie kaum noch Erinnerungen und ihre Eltern wollen ihr nicht sagen, was wirklich mit ihr los ist.
Sie merkt aber, dass sie ihr etwas verschweigen, doch sie hat Angst vor der Wahrheit.
Nur nach und nach erlangt sie genug Selbstvertrauen, um von ihren Eltern die Wahrheit zu verlangen, doch als sie sie dann erfährt, bringt das ihr ganzes Leben aus dem Gleichgewicht.

Die Geschichte gefällt mir unglaublich gut! Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend, immer wieder erfährt etwas Neues. Teilweise kann man es als Leser vorhersehen, aber das Jenna noch nicht weiß, was genau vor sich geht, ist gut verständlich.
Manchmal fand ich die ein oder andere Stelle aber etwas schwer zu verstehen, das ganze Ausmaß von Jennas Zustand habe ich bis jetzt noch nicht ganz begriffen. Was genau ich nicht verstehe, kann ich euch nicht verraten, sonst würde ich zu viel der Spannung nehmen, falls ihr das Buch noch lesen wollt.
Manche Fragen wurden leider auch am Ende nicht geklärt, und die haben nichts damit zu tun, ob ich es vielleicht überlesen habe, ich bin mir sicher, dass manches einfach nicht erwähnt wurde.
Das Buch enthält auch einen kleinen Logikfehler, wenn ich mich nicht irre, aber darüber kann man hinwegsehen.

Schreibstil
Den Schreibstil finde ich sehr gelungen, recht schlicht zwar, aber trotzdem wirkungsvoll.
An manchen Stellen fand ich ihn etwas holprig, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.
Was ich gut fand, war, dass die Autorin sich nicht mit unnötigen Personen- oder Landschaftsbeschreibungen aufgehalten hat. Was wichtig ist wird beschrieben, was nicht wichtig ist eben nicht.

4,2 Punkte