Samstag, 1. Juni 2013

[Rezension] Schöne Ruinen

http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Walter_JSchoene_Ruinen_131637.jpgTitel: Schöne Ruinen
Originaltitel: Beautiful Ruins
Autor/in: Jess Walter
Reihe: /
Preis: 19,99€ 
Seiten: 448
Verlag: Karl Blessing Verlag
Erscheinungsdatum: 1. April 2013
ISBN 3896674994
Leseprobe
Wertung: 2,3/5
Eine herzzerreißende, komische und verrückte Liebesgeschichte

Ein verschlafener Ort an der ligurischen Küste im Frühjahr 1962: Pasquale hat von seinem Vater eine Pension geerbt, und wenn er nicht gerade in der Brandung steht, um mühsam einen Strand anzulegen, vermisst er ein Felsplateau, auf dem ein Tennisplatz entstehen soll. Denn Pasquale hat eine Vision: Er will aus Porto Vergogna einen glamourösen Ferienort machen, der Touristen aus aller Welt anlockt, am liebsten aus Amerika.

Dann checkt tatsächlich eine junge amerikanische Schauspielerin in seiner Pension ein, und Pasquale verliert sein Herz an sie. Mit ihr kommt die Welt nach Porto Vergogna – die Verheißungen des fernen Amerika, der Glamour von Cinecittà und schließlich sogar ein sturzbesoffener Richard Burton. Und als die Amerikanerin wieder abreist, ist für Pasquale nichts mehr, wie es war. Ein Steinchen ist ins Mittelmeer gefallen, das noch Jahrzehnte später seine Wellen an die Pazifikküste spült, als der alte Pasquale in Kalifornien nach dieser längst verlorenen Liebe seines Lebens sucht – zusammen mit einem abgebrühten Hollywood-Produzenten, dessen resignierter Assistentin und einem selbstverliebten Möchtegern-Drehbuchautor, der zufällig Italienisch kann. Ein erfrischender und lebenskluger Roman voller Witz und Dolce Vita um hochfliegende Träume, tiefe Abgründe und die Ironie unserer Existenz.
 


Meine Erwartungen konnte "Schöne Ruinen" leider nicht erfüllen. Von einer herzzerreißenden Geschichte ist das Buch meilenweit entfernt. Komisch? Ja. Verrückt? Ja. Liebesgeschichte? Eher nicht.
Der Roman ist gut geeignet um einige Stunden am Strand totzuschlagen, aber für mehr hat es mir persönlich leider nicht gereicht.
Das Cover zeigt einen Ausschnitt der Cinque Terre in Italien, wozu auch Porto Vergogna gehören sollte, wenn es nach Protagonist Pasquale ginge. Somit schreibt das Cover geradezu nach Urlaubslektüre.

Protagonist Pasquale, sowie die amerikanische Schauspielerin Dee Moray und den Hollywoodproduzenten Michael Dean lernt man in der Vergangenheit als junge Menschen kennen und trifft sie schließlich einige Jahrzehnte später in der Gegenwart wieder an.
Die unterschiedliche Entwicklung ihrer Leben ist sehr interessant dargestellt, ihre Charaktere ansich bleiben aber sehr flach.
In der jetzigen Zeit kommen zwei weitere Protagonisten hinzu: Deans Assistentin Claire und der stets positiv denkende Shane, der seinen Film Pitch an Michael Dean verkaufen will.
Die Figuren bleiben leider überhaupt nicht im Gedächtnis haften und schon kurz nachdem man das Buch zugeschlagen hat, hat man sie bereits wieder vergessen.
Was bei diesem Buch im Mittelpunkt steht ist definitiv die Story, die auch ohne schillernde Charaktere auskommt.

In dem kleinen Städtchen Porto Vergogna arbeitet der junge Pasquale hart daran, seine Heimat zu einem schillernden Touristenmagneten zu machen. Sein großer Traum ist es, Amerikaner in sein bescheidenes Hotel zu locken.
Als schließlich wirklich eine Amerikanerin, und noch dazu eine Schauspielerin, in seinem Hotel absteigt, fallen Pasquale fast die Augen aus dem Kopf. Hals über Kopf verliebt er sich in sie, doch ihnen sind nur wenige Tage vergönnt. Tage voller verworrener Hollywood-Intrigen, die auch Jahre später noch ihre Folgen nach sich ziehen.
Als bereits betagter Mann macht Pasquale sich schließlich selbst auf nach Amerika, um Dee zu finden.
Dort angekommen trifft er in Michael Deans Studios auf Claire und Shane, der zufällig Italienisch versteht. Und so wird auch dieser in die Suche verstrickt, obwohl er eigentlich nur seinen Pitch verkaufen wollte.
Die verschiedenen Handlungsstränge sind geschickt verknüpft und bieten so einige interessante Aha-Momente für den Leser.
Allerdings hätte ich mir aufgrund der als herzzerreißend angepriesenen Geschichte deutlich mehr Emotionen gewünscht, die aber so gut wie gar nicht vorhanden waren. Lediglich Shanes Pitch, der sich nur über wenige Seiten erstreckt, konnte mich wirklich packen. Hier finden sich in nur wenigen Worten mehr Gefühle und Dramatik, als im kompletten restlichen Buch. Denn die übrige Story bleibt leider sehr platt und somit für mich persönlich nicht mehr als ein Zeitvertreib bei absoluter Langeweile.

Am Stil merkt man deutlich, dass hier ein Mann am Werk war. Die oft flapsigen und schlichtweg "männlichen" Sprüche wollen einfach nicht so recht zu der Liebesgeschichte passen, die ich mir aufgrund des Klappentextes erhofft hatte. Würde sich auf dem Buchrücken dieses eine kleine Wort "herzzerreißend" nicht finden, wären meine Erwartungen völlig andere gewesen und das Buch hätte bestimmt besser abgeschnitten.


2,3 Punkte

Jess Walter
© Hannah Assouline
Jess Walter arbeitete als Journalist, bevor er Buchautor wurde. Neben preisgekrönten Kriminalromanen schrieb er ein Sachbuch über das Rechtssystem in den Vereinigten Staaten, das er gemeinsam mit Christopher Darden, einem der bekanntesten Anwälte der USA, verfasste und für das er den Pulitzer-Preis erhielt. Jess Walter lebt mit seiner Familie in Spokane, Washington.

Kommentare:

  1. Oh, das hört sich ja nicht gerade nach dem "Burner" an... das Buch hab ich noch auf meinem SuB liegen, zum Glück nur als Leseexemplar; so ist es nicht schlimm, wenn meine Rezension ähnlich ausfällt. :/

    Liebe Grüße,
    Franci

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  2. Das klingt ja nicht nach einem tollen Lesevergnügen. Schade, dass es dir nicht gefallen hat umso mehr freue ich micht allerdings, das Buch nicht angenommen zu haben.
    Eine schöne Rezension die einem gleich zeigt woran man ist, sowas liebe ich :-)

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  3. Oh nein :( Ich hab mich so auf das Buch gefreut. Es wartet noch auf meinem SuB, hab es als Rezensionsexemplar bekommen. Hoffentlich gefällt es mir besser als dir ...

    Trotzdem eine schöne Rezension!

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