Montag, 29. Oktober 2012

[Rezension] Cocoon - Die Lichtfängerin

Titel: Die Lichtfängerin
Originaltitel: Crewel
Autor/in: Gennifer Albin
Reihe: Cocoon #1
Preis: 17,99€ 
Seiten: 361
Verlag: INK
Erscheinungdatum: Oktober 2012
ISBN 3863960289
Wertung: 3,5/5
Leseprobe 
Gefangen hinter Mauern wie aus Licht gesponnen, wagt sie den Kampf gegen die Tyrannei. Arras ist eine kalte, lichtdurchflutete Welt, deren Bewohnern jede Selbstbestimmung genommen wurde selbst im Tod ist niemand frei. Nur wenige können hoffen, durch die Gilde der Zwölf in den Heiligen Konvent aufgenommen und damit für ein Leben in Luxus und Überfluss erwählt zu werden. Doch Adelice ahnt, dass das scheinbare Privileg in Wirklichkeit Verdammnis bedeutet, schließlich hat niemand den Konvent je wieder verlassen So versucht sie vergebens, ihre seltene Begabung zu verbergen. Denn gesegnet mit der Fähigkeit, das Gewebe des Lebens zu flechten, Schicksalsfäden miteinander zu verweben oder einzelne daraus zu entfernen, ist sie genau das, wonach die Gilde seit Langem sucht. Adelice kämpft um ihre Freiheit und das Leben ihrer Schwester und beginnt, die goldenen Fäden des Kokons zu zerreißen, der sie und die Menschen von Arras gefangen hält



 


Von der ersten Seite an war ich gebannt von "Cocoon". Die Worte erwachten sofort zum Leben und zogen mich in die Welt von Adelice. Die Story hat mir sehr gut gefallen und mich gut unterhalten, wären da nicht die tausend Fragezeichen gewesen, die ständig in meinem Kopf herumgeflogen sind.

Lichtfäden umfließen das Mädchen auf dem Cover und spinnen es langsam ein.
Das Cover scheint zu leuchten und ist wunderschön, wesentlich schöner als die Cover der englischen Ausgaben.

Aus Adelice bin ich ehrlich gesagt nicht wirklich schlau geworden. Vieles an ihrem Charakter scheint sich zu widersprechen. Beispielsweise bezeichnet sie sich selbst als Einzelgängerin und hat auch keine Freunde, scheint aber weder schüchtern noch zurückhaltend zu sein. Sie versteht sich darauf, ihre Mitmenschen um den kleinen Finger zu wickeln und zu beeinflussen.
Zudem ist sie oft aufmüpfig, trotzig und impulsiv, dann wieder überlegt und ruhig. Ihr Charakter scheint sehr zerrissen zu sein und man weiß nie genau, was sie als nächstes anstellen wird. Da sie so schwer einzuschätzen ist, kann man sich nicht gerade leicht in sie hineinversetzen, aber die Autorin beschreibt die Geschichte aus Adelice´ Sicht so lebendig, dass man sich trotzdem gut einfindet.
Die Figuren sind allesamt sehr gut ausgearbeitet und extrem interessant. Nie weiß man, wem man vertrauen kann, wer auf welcher Seite steht und wer welches Motiv verfolgt. Dadurch bleibt die Story spannend und man erfährt immer wieder überraschende Dinge über die Charaktere. Diese Unberechenbarkeit macht es aber auch schwer sich ganz auf die Geschichte einzulassen, da man allen Figuren skeptisch gegenübersteht und sich nie darauf verlassen kann, dass man weiß, was los ist.
Die Lebendigkeit und die starke Ausstrahlung der Charaktere macht dies jedoch fast wieder wett.
 
Adelice lebt in Arras, einer Welt, die von der Gilde der Zwölf beherrscht wird. Die Welt wird "gewebt" von den so genannten Webjungfern, die alles aus reiner Materie zusammenweben. So wird Nahrung verteilt, das Wetter kontrolliert, aber auch Leben erschaffen und zerstört.
Ganz ehrlich? Bis zur letzten Seite bin ich nicht so ganz dahintergekommen, wie das alles funktioniert. Diese ganze Web-Geschichte war für mich extrem schwer zu begreifen und äußerst kompliziert. Wenn man einmal den Faden verloren hat, ist es extrem schwer, ihn wiederzufinden. Leider habe ich ihn recht schnell verloren.
Wenn man die tanzenden Fragezeichen im Kopf ausblendet bietet das Buch trotzdem noch genügend Unterhaltung und Spannung. Denn Adelice Leben verändert sich schlagartig, als ihre Fähigkeit zu weben entdeckt wird und sie in den Konvent gebracht wird. Sie kann niemandem trauen und weiß nicht, wie sie ihrem Schicksal entfliehen kann, doch dortbleiben ist für sie keine Option. Sie will ihr Leben selbst bestimmen und nicht für immer eine Gefangene sein.
Auch die Lovestory darf natürlich nicht fehlen, doch diese konnte mich leider nicht überzeugen. Dafür, dass Adelice kaum Kontakt zu Jungen hatte, geht sie auch an diesen neuen Teil ihres Lebens sehr locker heran.
Die beiden Jungs sind aber wirklich schnuckelig, das muss man ihnen lassen.

Wie schon gesagt hat mich der Schreibstil der Autorin sofort gefesselt. Ihm ist es zu verdanken, dass man trotz der verworrenen Handlung nie die Lust am Lesen verliert. Es fühlt sich von Anfang an so an, als würde das Buch die Geschichte erzählen, sodass man voll und ganz in ihr versinken kann.

3,5 Punkte


Gennifer Albin
© Tessa Elwood
Gennifer Albin mag Kaffee. VIEL Kaffee. Und Schreiben bietet ihr die Möglichkeit, in Ruhe eine Tasse zu trinken, ohne von ihren Kindern überfallen zu werden. Noch mehr als Kaffee mag Gennifer nämlich Bücher. Zum Glück gibt es noch ihren Ehemann, der sie mit großem Enthusiasmus unterstützt – sein größter Traum ist es, auf einem Buchumschlag genannt zu werden: „Die Autorin lebt in Kansas, mit ihrem Ehemann, zwei Kindern und einer Dienstagskatze.“ „Cocoon – Die Lichtfängerin“ ist ihr erster Roman. Weitere Infos unter: www.genniferalbin.com

Kommentare:

  1. Wenigstens ging es nicht nur mir so...
    Also ich war über die Hälfte des Buches nur mit der Frage nach dem Warum beschäftigt und hatte kurzfristig anstelle von goldenenen Fäden grüne Einsen und Nullen à la Matrix im Kopf... Sehr verwirrend, das ganze... Aber wie du sagst, wenn man das ein wenig ausblendet ist es eigentlich wirklich gut ;-)
    Und Jost und Eric... :-)

    Glg
    Steffi

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  2. Oh, ich will das Buch auch noch unbedingt! Schon allein wegen dem Cover (bin ein totaler Coverkäufer) und die Story klingt auch interessant. Bild mir auch gern selber eine Meinung und möchte jetzt wirklich wissen, ob ich es auch so verwirrend finde ;)

    LG
    Monika

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