Donnerstag, 4. April 2013

[Rezension] Das Turmzimmer

http://armariumnostrum.files.wordpress.com/2013/03/das-turmzimmer.jpg
Titel: Das Turmzimmer
Originaltitel: Silhuet af en synder (Silhouette of a Sinner)
Autor/in: Leonora Christina Skov
Reihe: /
Preis: 9,99€ 
Seiten: 448
Verlag: btb
Erscheinungdatum:  11. März 2013
ISBN 344274475X
Leseprobe
Wertung: 1,1/5
Was geschah wirklich auf Liljenholm?

Dänemark, Anfang des 20. Jahrhunderts. An einem kalten Novembertag kehrt Nella als einzige Erbin in das Haus ihrer Familie zurück. Als junges Mädchen lebte sie dort zurückgezogen mit ihrer Mutter, der Autorin Antonia von Liljenholm. Begleitet wird Nella von ihrer Freundin Agnes, mit der sie gemeinsam das einst so prachtvolle Anwesen erkundet. Unter den knarrenden Dielenböden entdecken sie die Tagebücher der verstorbenen Verwalterin von Liljenholm und erkennen nach und nach, welche erschreckenden Geheimnisse das dunkle Haus jahrzehntelang verbarg. Doch die Geheimnisse lauern nicht nur in der Vergangenheit. Denn auch Agnes verschweigt ihrer Freundin etwas …
 


 
"Das Turmzimmer" ist leider nicht das geheimnisvolle und erschreckende Familiendrama, das ich mir erhofft hatte. Stattdessen ist das Buch durchweg gähnend langweilig und zäher als man sich vorstellen kann. Story, Charaktere und Schreibstil sind einfach nur öde und ich musste ich wirklich durch das Buch quälen.
Auf dem Cover ist die gruselige und gespenstische Atmosphäre des Gutes Liljenholm gut eingefangen. Es passt gut zur Geschichte ist unterstreicht die erwartete Stimmung.
Die Charaktere haben mich leider sehr gelangweilit und ehrlich gesagt vollkommen kaltgelassen.
Weder Nella, noch Agnes, noch sonst eine der Figuren war mir auch nur im Entferntesten sympathisch. Am interessantesten war da noch Antonia, Nellas Mutter und erfolgreiche Autorin. Das war es aber leider auch schon. Die Figuren sind nicht blass oder oberflächlich, aber sie sind einfach schrecklich langweilig.
Die schaurigen Familiengeheimnisse, die man aufgrund des Klappentextes erwartet, bekommt man durchaus serviert. Aber nicht schön angerichtet und hungrig machend sondern fade und ohne das gewisse Etwas.
Ständig wird der Leser vertröstet, nach dem Motto "Merk dir mal diese Stelle, da kommt noch was, aber ich verrate es noch nicht". Ansich ist gegen solche Methoden um die Spannung aufrecht zu erhalten nichts einzuwenden, aber es war so unendlich langweilig. Die gesamten Enthüllungen sammeln sich auf den letzten ca 150 Seiten und bis dahin muss man sich schlichtweg zusammenreißen, um nicht einzuschlafen.
Doch auch dann kommt nicht wirklich Spannung auf, ich würde es lediglich als interessant bezeichnen.
Was man alles über die geheimnisvolle Familie erfährt ist durchaus...nein. Es wäre schockierend, wenn es nur ein wenig interessanter erzählt wäre.
Allerdings muss man sagen, dass die Geschichte wirklich gut verknüpft ist. Die Zusammenhänge sind nicht offensichtlich und dennoch gut nachvollziehbar. Sie werden am Ende ordentlich entworren.
Aber leider konnte die Geschichte mich in keinster Weise fesseln.

Den Schreibstil kann ich nur als sehr gewöhnungsbedürftig schreiben. Flüssiges Lesen ist hier so gut wie unmöglich, der Satzbau wirkt auf mich verdreht und unlogisch. Der Stil ist also durchaus anspruchsvoll und somit nicht für Zwischendurch geeignet.
Aber nicht der Schreibstil selbst ist das, was mir am Wenigsten gefallen hat. Es ist die Art wie die Geschichte erzählt wird. Und zwar schreibt Agnes das Buch, auf Nellas Wunsch hin. Sie berichtet ihre und Nellas Erlebnisse, in teilweise wirklich chaotischer Reihenfolge. Das Ungewöhnlichste ist aber, dass sie in ihrem Buch auch schreibt, wie sie es schreibt. Was sie beim Schreiben denkt, wann sie nicht weiterkommt, was Nella zum Manuskript zu sagen hat...
Dabei wendet sie sich immer wieder direkt an den Leser im Stil von "Ich hoffe, liebe Leser, ich langweile euch nicht". Und jedes Mal dachte ich mir nur genervt: Doch, liebe Agnes. Genau das tust du.


1,1 Punkte

Kommentare:

  1. Harte aber ehrliche Kritik. Solche Rezensionen liebe ich ja :)! Kann dich verstehen, langweilige Geschichten machen wirklich keinen Spaß. Vorfällen wenn alles fade ist. Dabei klingt der Klappentext und auch der Buchtitel total klasse. Echt schade :(

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  2. Oh, da sieht man mal wieder, wie verschieden Geschmäcker sind. Ich fand das Buch absolut klasse und in keiner Weise langweilig, sondern mitreißend und fesselnd, auch ein wenig tiefsinnig. Der Schreibstil ist zwar etwas anders als gewohnt, aber gerade das fand ich für die Story absolut passend.
    LG Isabel

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  3. Der Titel allein klingt schon gähnend langweilig :/

    Das wäre kein Buch, dass mich angesprochen hätte. Respekt, dass dus gelesen hast.

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  4. Ich kannte deine Rezi bereits, denn sie hat mich aufgebaut, als ich mitten im Buch feststeckte und verzweifelt bei amazon nach Leidensgenossen suchte. ;-)
    Ich glaube es war alleine dein Hinweis, dass es noch interessanter wird, die mich hat weiterlesen lassen. Sonst wäre es vielleicht das erste Rezi-Exemplar geworden, dass ich je abgebrochen hätte.

    LG fireez

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  5. Das freut mich doch zu hören ;)

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