Dienstag, 18. Februar 2014

[Rezension] Dezembergeheimnis

http://4.bp.blogspot.com/-yw2svNvJTbY/UqH_sb1KyrI/AAAAAAAABWE/3SMylCl7z60/s1600/dezembergeheimnis.jpgTitel: Dezembergeheimnis
Originaltitel: /
Autor/in: Caroline Richter
Reihe: /
Preis: 2,99€
Seiten: 315
Verlag: Schandtaten Verlag
Erscheinungdatum: 1. Dezember 2013
ASIN: B00H1BCAJK
Leseprobe
Sich ihren Traummann ausmalen, welche Erscheinung und charakterlichen Vorzüge er haben soll … All das hat Lea getan. Bis ins kleinste Detail. Dass das Gespinst ihrer Tagträume eines Morgens urplötzlich in ihrer Küche steht, hätte Lea allerdings nicht erwartet. Und dass er das auch noch nackt tut, war gleich zweimal nicht geplant. Ein dummer Zufall? Ein Wunder? Oder ein verrückter Irrer, der ihre Bude ausräumen will? Lea geht stark von Letzterem aus, nur dass Noel sich so gar nicht wie ein verrückter Irrer verhält, sondern nach allen Regeln der Kunst versucht, ihr Herz für sich zu gewinnen. Auf einmal ist nichts mehr so, wie es vorher war und Leas Welt steht Kopf. Nie hätte sie gedacht, dass Noel und die mysteriöse Geschichte seiner Herkunft bald zu ihrem schönsten Geheimnis werden könnten.


 

Schon die Kurzbeschreibung verspricht eine zuckersüße und romantische Geschichte. Wie richtig man mit diesem Gedanken liegt, wird schnell klar: Denn der Traummann ist doch tatsächlich ein Kuchen! Wer kennt sie nicht, diese wunderbaren "Backe deinen Traummann"- Backmischungen. Und genau um so eine handelt es sich bei Noel, Leas Weihnachtswunder. Trotz einiger kleiner Kritikpunkte ist das Buch eine schöne und vor allem entspannende Unterhaltung für kalte Abende auf dem kuscheligen Sofa.

Passend zur Zeit der Handlung, Dezember/Januar, ist das Cover in einem frostigen Look gehalten, der den Leser auch in den schon etwas wärmeren Monaten direkt in Winter- und Weihnachtsstimmung versetzt. Auch optisch ist es sehr ansprechend und verspielt, auch wenn es bestimmt Motive gäbe, die besser zur Geschichte passen würden. Mir gefällts!

Hauptfigur Lea ist das typische Mauerblümchen, eine kleine graue Maus, die niemand so recht wahrzunehmen scheint. Schon in ihrer Jugend hatte sie kaum Freunde, blieb lieber für sich und hat sich ganz ihrem Hobby gewidmet: dem Schreiben. Auch jetzt, einige Jahre später, ist sie eher eine Einzelgängerin, kümmert sich aber rührend um ihre beste Freundin Sally, wann immer sie sie braucht.
Lea blüht im Laufe der Geschichte geradezu auf, entdeckt ganz neue Seiten an sich und wird nach und nach mutiger, besonders was den Umgang mit Noel, dem ersten Mann in ihrem Leben, angeht. Diese Entwicklung so hautnah mitzuerleben lässt eine eine starke Verbundenheit mit der putzigen Protagonistin entstehen, die einem zwar oft sehr naiv und unbeholfen vorkommt, aber mit ihrer, eben genau dadurch, so unschuldigen Art, schnell die Sympathien auf ihrer Seite hat.
Nicht ganz so positiv verhält es sich mit Noel, oder auch "dem Kuchen". Da er eben eigentlich doch nicht viel mehr als ein riesen Teigklos ist, muss er sehr viel lernen. Einige Dinge gehören wohl zur Kuchenausstattung, wie die Fähigkeit zu lesen und einige andere Dinge, aber ansonsten ist Noel eben wie ein Kleinkind. Und so nimmt man ihn auch war. Entsprechend merkwürdig erscheint auch die Beziehung zwischen Lea und Noel, die sich sehr langsam, den Umständen entsprechend entwickelt. Doch auch wenn Noel wirklich schnell dazulernt, bleibt das Bild des Kindes fest im Hinterkopf verankert und auch wenn er durchaus seine tollen Traummann-Momente hat, wirkt das Ganze etwas befremdlich.
Die übrigen Charaktere, wie Sally, deren Freund Paul, Leas Eltern und viele mehr, sind alle liebevoll ausgearbeitet und authentisch.
 
Zu Weihnachten bekommt Lea eine "Backe deinen Traummann"-Backmischung, was Lea für einen schlechten Scherz ihrer Mutter hält. Schließlich hatte sie tatsächlich noch nie einen Freund, geschweigedenn ihren ersten Kuss. Mangels Alternativen kommt die Backmischung aber schon am nächsten Tag zum Einsatz, denn ihre beste Freundin Sally kommt mit ihrem neuen Freund zum Kaffee vorbei und Leas Vorratsschränke sind wie leergefegt. Das Backen verläuft jedoch alles andere als geplant, denn plötzlich ist der schöne Kuchen verschwunden.. Und stattdessen steht ein nackter Mann in ihrer Küche. Ein Irrer der in ihre Wohnung eingebrochen ist? Ein Dieb? Meuchelmörder? Oder soll Lea ihm die verrückte Geschichte abkaufen, dass er ihr Traummann ist und tatsächlich ein Kuchen?
Lea ist völlig perplex, lässt den Kuchenmann/Verrückten aber dennoch vorerst bei sich wohnen. Noel, wie er sich nennt, tut alles in seiner Macht stehende, um Lea glücklich zu machen und ihr Herz zu gewinnen. Lea kann es kaum glauben, doch es spricht tatsächlich so einiges dafür, dass er wirklich ein Kuchen ist, und sie fasst Vertrauen zu ihm. Und nicht nur das, mit seiner Hartnäckigkeit schafft Noel es tatsächlich, langsam aber sicher einen Weg in Leas Herz zu finden... Doch eine Beziehung zu einem Kuchen ist alles andere als einfach.
Die Richtung, in die die Geschichte sich entwickelt war zunächst sehr überraschend und der erste Gedanke ist einfach nur: Wie kommt man auf so eine geniale Idee? Der erste Abschnitt des Buches ist entsprechend witzig und für so manches Grinsen gut. Im weiteren Verlauf wird es dann zunehmend romantischer, gefühlvoller und schmachtender. Manchmal wirklich einen Tick zu viel, Lea verhält sich wie ein verknalltes Teenie-Hühnchen, aber klar, Noel ist ja auch ihr erster Freund. Und bei dem Aussehen kann man schon mal das Hirn ausschalten.
Was allerdings wirklich etwas stört, ist Noel, dessen verhalten zwar wirklich goldig und süß und absolut putzig ist, aber ob man sich in so einen Mann verlieben könnte? Der alles noch lernt, immer macht was man will, und so unsäglich bemüht ist, einem alles recht zu machen? Ich könnte es nicht, da kann man gleich eine Beziehung mit seinem Kater anfangen, aber wie gesagt. er ist Leas erster Freund.
Ob sie mit Noel allerdings wirklich und wahrhaftig glücklich werden kann, oder ob ihr Leben nicht einen Touch mehr Realität enthalten sollte, ist fraglich. Eine Liebesgeschichte, die zwar absolut süß ist, aber die man eben auch nicht vollends als solche ansehen kann. Noel ist wie eine Torte mit einer Schicht Sahne zu viel. Absolut lecker, aber nach einer Gabel schon zu viel.

Geschrieben ist das Buch flüssig, witzig und sehr authentisch. Leas Gedanken sind so gut formuliert, dass man tatsächlich das Gefühl hat, in ihrem Kopf zu sitzen. Auch ihre so unschuldige und unerfahrene Art wird sehr gut umgesetzt, sodass man zwar mti ihr fiebert und bangt, aber eben auch oft nur lächelnd den Kopf über sie schütteln kann.

3,7 Punkte

© Ramona Albig
Caroline Richter wurde 1989 in Erfurt geboren, studierte in Leipzig Anglistik und Kommunikations- und Medienwissenschaft, und macht derzeit ihren Master in Englischer Literatur in Berlin. Eigentlich wollte sie immer nur hinter den Kulissen arbeiten, wagte sich dann aber schließlich doch mit ihrem Debütroman "Dezembergeheimnis" in die Öffentlichkeit. Schon mit 14 Jahren schrieb sie ihre ersten Geschichten und gehört heute, im Alter von 23 Jahren, zu den jüngsten Liebesromanautorinnen in Deutschland.

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